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«Brauchen keine grossen Namen» Wieso das Thuner System trotz Umbruch weiter funktioniert

1:1 im Quali-Hinspiel gegen den Favoriten: Thun ist in der Champions League auch dank der Klub-DNA auf Kurs – und guter Dinge.

Ein Mann in einem weissen Hemd gestikuliert neben einem Mann im roten Trikot, der aus einer Flasche trinkt.
Legende: Gibt Anweisungen Der neue Thun-Trainer Gian-Luca Privitelli mit Captain Marco Bürki. Keystone/Peter Klaunzer

Der FC Thun hat nach wie vor alle Chancen, die 3. Qualifikationsrunde in der «Königsklasse» zu erreichen. Er war gegen den favorisierten kroatischen Meister Dinamo Zagreb bis zur 86. Minute gar in Führung und nahe dran an einem Sieg.

Entsprechend positiv gab sich Captain Marco Bürki nach dem 1:1 zu Hause. «Für ein erstes Spiel war es sehr gut», sagte der 33-Jährige. «Die neuen Spieler haben sich sofort super integriert. Es war ein sehr erfrischender Auftritt.» Doch Bürki weiss auch, dass noch nicht alles optimal war. «Wir wussten, dass der Druck in der 2. Halbzeit kommen wird. Wir wollten uns eigentlich nicht hinten reindrücken lassen.»

Vorarbeit als Basis

Die Thuner Leistung ist noch höher einzustufen, wenn man die Transfers des Sommers beachtet. Teamstützen wie Leonardo Bertone, Elmin Rastoder, Kastriot Imeri oder Ethan Meichtry verliessen den Klub, auch Erfolgstrainer Mauro Lustrinelli suchte sich in Form der Bundesliga eine neue Herausforderung.

Doch die vielen Veränderungen waren dem Thuner Spiel nicht anzumerken. Die Berner Oberländer spielten so, wie sie es in der vergangenen Spielzeit bereits taten, kamen auch gegen das favorisierte Dinamo immer wieder zu Chancen.

Viel von der Leistung am Dienstagabend basiere auf der Vorarbeit, gerade, was die Tiefe und Direktheit anbelange, sagte der neue Trainer Gian-Luca Privitelli nach der Partie. «Es wäre der Holzweg, wenn man an einen Ort kommt, an dem fantastische Arbeit geleistet wurde, und man alles anders macht.» Im Team habe man darüber gesprochen, was man von der vergangenen Saison unbedingt bewahren wolle.

Alle mit der «FC-Thun-DNA»

Angesprochen darauf, dass Thun trotz der Abgänge noch immer gleich spiele wie in der vergangenen Saison, sagte Valmir Matoshi: «Das ist, denke ich, eine Stärke von uns. Wir brauchen keine grossen Namen in unserer Mannschaft. Die, die hier sind, sind top Spieler, mit denen wir gut arbeiten können. Alle haben die FC-Thun-DNA, auch die neuen Spieler haben sich innert kürzester Zeit etabliert.»

Dass das System weiterhin funktioniert, dürfte Privitelli und seine Mannschaft vor dem Rückspiel am kommenden Dienstag optimistisch stimmen. Bereits klar ist aber: Es wird keine einfache Partie.

Nachteil auf dem Papier

Vor allem deswegen, weil für Thun am Wochenende der Super-League-Auftakt gegen Luzern bevorsteht, während Dinamo Zagreb bis zum Rückspiel Pause hat. «Wir machen das Beste daraus, keine Ausreden», sagt Privitelli dazu. Trotzdem schimmert durch seine Aussagen durch, dass die Umstände zum Nachteil werden könnten. «Wir müssen uns gut regenerieren. Sie haben kein Ligaspiel, das ist sicher unglücklich von der Planung.»

Ob sich dieser Nachteil, der auf dem Papier besteht, auch im Spiel widerspiegelt, zeigt sich in einer Woche.

Champions League

SRF zwei, sportlive, 21.7.26, 19:50 Uhr ; 

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