Labiles Juve-Genie Pogba: «Krake Paul» unter Druck

Noch vor wenigen Wochen wurde Paul Pogba als Genie hochgejubelt. Doch im Februar ist der Mittelfeldspieler von Juventus Turin in ein Loch gefallen, ausgerechnet vor dem CL-Schlager gegen Dortmund.

Video «Fussball: Szenen mit Juves Paul Pogba» abspielen

Champions-League-Szenen mit Paul Pogba

1:12 min, vom 23.2.2015
Zusatzinhalt überspringen

TV-Hinweis

TV-Hinweis

Wir zeigen das Achtelfinal-Hinspiel Juventus-Dortmund am Dienstag ab 20:00 Uhr live auf SRF zwei und im Stream auf www.srf.ch/sport.

Paul Pogba startete grandios ins Jahr 2015. In vier Serie-A- bzw. Cup-Spielen hintereinander erzielte der 21-jährige Mittelfeldspieler ein Tor. Die Presse begann den französischen Nationalspieler mit Lionel Messi und Cristiano Ronaldo zu vergleichen, sein Agent sprach von einem Marktwert von 100 Millionen Euro und warf (trotz Vertrag bis 2019) das angebliche Interesse von Real Madrid in die Waagschale.

Die Krake

Tempi passati. Pogba, der wegen seiner langen Beine, seiner raumgreifenden Spielweise und in Anlehnung an das WM-Orakel von 2010 den Übernamen «Il Polpo Paul» (Krake Paul) trägt, ist in einem Tief. Des Öftern wird er von der Bank von Juve-Trainer Massimiliano Allegri zusammengestaucht. In jedem solcher Spiele wird er gemäss Medienberichten 5 Millionen Euro billiger.

Doch Pogba, dessen enormes Talent unbestritten ist, hat häufig in wichtigen Spielen auf Kritik reagiert. So gehörte er bei der WM vergangenen Sommer in Brasilien anfänglich nicht zu den herausragenden Akteuren der «Bleus». Doch im Achtelfinal gegen Nigeria (2:0) erzielte er das vorentscheidende 1:0; letztlich wurde er als bester junger Spieler der WM ausgezeichnet.

Der Labile

Pogbas grösste Schwäche, seine fehlende Konstanz, hat nichts mit seinem zweiten Vornamen «Labile» zu tun. Eher mit seinem geringen Alter. Und vielleicht mit seiner spielerischen Art, die nicht so ganz in die durchinszenierte Welt des Profi-Fussballs passen will. Manchmal scheint er in Ernstkämpfe wie in Freundschaftsspiele zu steigen.

Der Unbescheidene

Gleichzeitig träumt er öffentlich vom «Ballon d'Or». Coach Allegri machte ihm die Voraussetzungen klar: «Wenn du den Ballon d'Or gewinnen willst, musst du die Champions League oder eine andere wichtige internationale Trophäe gewinnen.» Am Dienstag im CL-Achtelfinal-Hinspiel gegen Dortmund wollen Pogba und Juventus Turin den nächsten Schritt dorthin tun.

Letztmals trafen die beiden Teams 1997 aufeinander - ausgerechnet im Finale. Bei Juventus standen auch damals französische Stars im Kader: Zinédine Zidane und Didier Deschamps. Die Italiener unterlagen mit 1:3. Ob Pogba das Spiel gesehen hat, ist zweifelhaft: Er war damals 4 Jahre und zwei Monate alt.

Sendebezug: Radio SRF 4 News, Morgenbulletin, 24.02.2015, 06:17 Uhr