Simon Rolfes: Ein Profi mit Weitblick

Im CL-Achtelfinal zwischen Bayer Leverkusen und Atletico Madrid startet Simon Rolfes seine Abschiedstournee auf der internationalen Bühne. Auf und neben dem Platz entspricht der Captain der «Werkself» nicht dem Image des Durchschnittsfussballers. Dies zeigen seine Zukunftspläne.

Nahaufnahme von Simon Rolfes. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Blick in die Zukunft Simon Rolfes wird sich nach Saisonende um die Karriereplanung anderer Sportler kümmern. IMAGO

Ende des vergangenen Jahres hat Simon Rolfes angekündigt, seine Fussballschuhe im Sommer an den Nagel zu hängen. Nach beinahe 300 Einsätzen in der 1. Bundesliga und über 60 Spielen auf europäischer Ebene hat der 33-Jährige genug vom Leistungssport. Im Normalfall würde der weitere Karriereverlauf eine Station als Trainer oder Sportdirektor vorsehen. Doch der 26-fache Nationalspieler geht andere Wege.

Ein besonnener Planer

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TV-Hinweis

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Wir zeigen das Achtelfinal-Hinspiel zwischen Atletico Madrid und Bayer Leverkusen am Mittwoch ab 20:00 Uhr live auf SRF zwei und im Stream auf www.srf.ch/sport.

Gemeinsam mit einem Partner hat Rolfes eine Agentur gegründet, welche aktive und ehemalige Sportler bei ihrer Karriereplanung beraten soll. «Wir wollen Sportlern Wege und Lösungen aufzeigen, wie sie während der Karriere das Leben neben dem Sport am besten gestalten – und dafür, wie sie sich auf die Zeit danach gut vorbereiten können», sagte Rolfes gegenüber der Zeitung Die Welt.

Insbesondere im Bereich der Planung nach der Karriere scheint ein gewisser Bedarf zu bestehen; bedenkt man, dass das Ende der Laufbahn für viele Fussballprofis auch mit hohen finanziellen Einbussen einhergeht und es zahlreiche Negativbeispiele von finanziell gescheiterten Ex-Profis gib.

Studium und Profifussball

Rolfes scheint für seine neue Aufgabe prädestiniert, gilt der defensive Mittelfeldspieler doch auch abseits des Platzes als Musterprofi. Während einer längeren Verletzungspause in der Saison 2009/2010 begann der 33-Jährige sich mit der Zeit nach der Karriere auseinanderzusetzen. In dieser Phase war Rolfes mit der Erfahrung konfrontiert, wie schnell die Karriere eines Spitzensportlers eine negative Wende nehmen kann.

So entschloss sich der Bayer-Captain dazu, ein Studium in Sportmanagement zu absolvieren. Dass er sich in wirtschaftlichen Belangen auskennt, bewies Rolfes kürzlich in einer Ausgabe des Fussballmagazins 11 Freunde, wo er Anlagetipps für Fussballprofis zum Besten gab.

Für sein zukünftiges Aufgabenfeld scheint der 33-Jährige also gerüstet. Allem Anschein nach wird der Defensiv-Stratege als Karriereplaner ähnlich umsichtig vorgehen, wie er dies seit bald 10 Jahren im Trikot von Bayer Leverkusen tut.

Sendebezug: Radio SRF 4 News, Morgenbulletin, 25.02.2015, 06:17 Uhr