Das erste Pflichtspiel des neuen Thun-Trainers Gian-Luca Privitelli wird direkt ein Kracher. Der neue Übungsleiter startet mit dem Schweizer Meister in der Qualifikation zur Champions League. Bis zur Ligaphase in der «Königsklasse» ist es allerdings ein weiter Weg – und schon der erste Gegner Dinamo Zagreb ist ein harter Brocken.
Dinamo gewann in der abgelaufenen Saison in Kroatien das Double und hatte es zudem in der Europa League aus der Vorrunde bis in die Playoffs geschafft. Dort war in einem dramatischen Duell mit Genk erst nach der Verlängerung im Rückspiel Schluss.
Einer fehlt gesperrt
Gerade dieses Rückspiel hat auch noch Auswirkungen auf die Partie gegen Thun. Offensivspieler Luka Stojkovic sah damals nämlich die rote Karte. Weil der Wettbewerb für Dinamo danach vorbei war, wird er seine Sperre erst in dieser Saison absitzen können. Tun wird er dies gegen den Schweizer Meister, der 22-Jährige fehlt sowohl im Hin- als auch im Rückspiel.
Die Absenz von Stojkovic wird sich bei den Kroaten bemerkbar machen. Mit 13 Toren und 12 Assists, verteilt über 42 Pflichtspiele, war er in der vergangenen Saison einer der produktivsten Offensivspieler im Team. Seine Kreativität wird Trainer Mario Kovacevic ersetzen müssen.
Beljo als Topstürmer
Mit dabei sein wird hingegen Stürmer Dion Beljo. Der 24-Jährige hat nicht nur den höchsten Marktwert des Teams (12 Millionen), sondern erzielte im vergangenen Jahr in der höchsten kroatischen Liga auch sagenhafte 31 Tore. Selbstredend wurde er damit auch Torschützenkönig. Beljo zog das Interesse aus grösseren Ligen auf sich – Dinamo stellte allerdings klar, dass er vorläufig nicht zum Verkauf steht.
Überhaupt stehen im Kader Zagrebs einige junge Talente, denen eine grosse Zukunft vorausgesagt wird. Dazu gehört auch Innenverteidiger Sergi Dominguez. Der spanische U21-Nationalspieler kam im vergangenen Sommer vom FC Barcelona nach Kroatien und überzeugte seither konstant.
Kunstrasen als Vorteil?
Obwohl vom Spielerpersonal her einiges gegen den FC Thun spricht, gibt es dennoch ein paar Fragezeichen. Mit dem Schotten Scott McKenna und dem Kroaten Stjepan Radeljic hat der Rekordmeister zwei Spieler, die noch an der WM in Nordamerika dabei waren und dementsprechend eine verkürzte Vorbereitung hatten. Zudem ist Kunstrasen eine Unterlage, an die sich die meisten Spieler der Gäste nicht gewöhnt sind.
An internationaler Erfahrung mangelt es Dinamo hingegen definitiv nicht. In Thun werden die Kroaten zum 400. Mal auf der europäischen Bühne antreten. Mit 163 Siegen, 85 Unentschieden und 151 Niederlagen ist die Bilanz dabei bislang positiv.