Brasilien braucht ein Erfolgserlebnis

Am Samstag beginnt in Brasilien mit dem Confed Cup eine zweiwöchige WM-Hauptprobe. Neben den Organisatoren steht vor allem die Mannschaft, die «Seleção», auf dem Prüfstand.

Neymar (Mitte) und seine brasilianischen Teamkollegen suchen den Weg zurück zum Erfolg. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Erfolgsgarant? Neymar (Mitte) und seine brasilianischen Teamkollegen suchen den Weg zurück zum Erfolg. Keystone

Zwei WM-Viertelfinal-Niederlagen 2006 und 2010, ein Debakel an der Südamerika-Meisterschaft 2011, die Niederlage im Olympia-Final 2012 - die mehrjährige Baisse hat beim stolzen Rekordweltmeister Brasilien Narben hinterlassen.

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TV-Hinweis

TV-Hinweis

«SRF zwei» überträgt das Eröffnungsspiel am Confed Cup zwischen Brasilien und Japan am Samstag ab 20:45 Uhr live. Auf srf.ch/sport finden Sie wie gewohnt einen Livestream.

Felipe Scolari, Weltmeister-Trainer von 2002, ist zurück im Amt des Nationaltrainers. Die Fans erwarten von ihm nichts anderes als die Rückkehr auf den Fussball-Thron.

Pelé: «Wir sind noch nicht soweit»

Scolari warnt davor den Confed Cup zum Gradmesser für die WM zu nehmen. Auch die Legende Pelé mahnt zur Geduld: «Wir sind noch nicht soweit. Wir müssen das Mittelfeld besser organisieren und besser zusammenspielen». Immerhin zeigten die Brasilianer zuletzt Aufwärtstendenz. Mit einem 3:0 gegen Frankreich im letzten Testspiel weckten Neymar und Co. Hoffnungen auf den vierten Confed-Cup-Titel nach 1997, 2005 und 2009.

Italien unkonzentriert, Spanien unmotiviert?

Die Auswahl des Gastgebers dürfte bis in die Haarspitzen motiviert sein, bei den anderen Topteams Italien und Spanien gibt es das eine oder andere Fragezeichen. Italien blamierte sich im Test gegen Haiti (2:2) bis auf die Knochen. «So etwas darf einer Mannschaft wie der unseren nicht passieren», kritisierte Goalie Gianluigi Buffon seine Vorderleute.

Für Welt- und Europameister Spanien hat der Confed Cup wohl kaum die höchste Strahlkraft. Dass es Trainer Vicente de Bosque gelingt, seine überspielten Stars bis an ihre Leistungsgrenze gehen zu lassen, scheint zweifelhaft.

Von den übrigen Teams dürfen sich Mexiko (Confed-Cup-Sieger 1999) und Uruguay (WM-Vierter 2010) Chancen auf einen Exploit ausrechnen. Japan, Nigeria und die Freizeitkicker von Tahiti starten als klare Aussenseiter in das Turnier.

WM-Test auch für die Organisatoren

Schliesslich ist der Confed Cup aber nicht nur für die 8 Teams ein Test, sondern auch für die WM-Organisatoren. Die 6 Spielorte in Rio de Janeiro, Belo Horizonte, Fortaleza, Recife, Brasilia und Salvador sind zwar fertiggestellt, jedoch nicht ohne zuvor sämtliche Fristen maximal zu strapazieren.

Erfreulich lief dagegen der Ticketverkauf. Es werden mehr als 50'000 Zuschauer pro Spiel erwartet. Für eine richtige WM-Euphorie braucht Brasilien aber auch ein Erfolgserlebnis auf dem Rasen.

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Brasilien vor dem Confed Cup («sportaktuell»)

2:20 min, vom 14.6.2013