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Franzosen gastieren in Basel Olympique Marseille: Die Krux mit der eigenen Erfolgsgeschichte

Für das französische Team avanciert die ruhmreiche Vergangenheit derzeit immer mehr zur hemmenden Bürde.

Stade Velodrome
Legende: Imposantes Bauwerk Das Stadion in Marseille kurz vor dem Anpfiff gegen Basel. KEYSTONE/Georgios Kefalas

Als Olympique Marseille am vergangenen Donnerstag den FC Basel zum Tanz auf dem Rasen bat, war im «Stade Velodrome» gerade einmal jeder dritte Platz belegt. Im Gegensatz zur Schweiz scheint die Conference League in Marseille nur wenige Fans zu interessieren – schuld daran ist auch die schillernde Vergangenheit des Klubs.

Andere Erwartungen

Tatsächlich fühlt sich die Teilnahme am neu eingeführten Klub-Wettbewerb für eines der populärsten Teams in Frankreich wie eine Degradierung an. Besonders nachdem «OM» bereits in der Gruppenphase der Europa League – jenem Anlass, bei dem es 2018 noch im Final gestanden hatte – die Segel streichen musste. Dabei verloren die Südfranzosen von den sechs Gruppenspielen nur jenes bei Galatasaray Istanbul.

TV-Hinweis «Europa League – Highlights»

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Am Donnerstag zeigen wir Ihnen ab 23:50 Uhr alle Tore und Highlights der wichtigsten Partien aus der Europa League und der Conference League – mit Fokus auf den letzten Schweizer Vertreter Basel.

Diese Tatsache unterstreicht auch ein Blick auf die heimische Liga. Hier lockte etwa ein Heimspiel gegen Mittelfeldklub Angers an einem Freitagabend im Februar 60'000 Zuschauer an, gegen den FCB kamen etwas mehr als 20'000. In der Ligue 1 stehen die Franzosen derzeit als Zweiter auf einem Champions-League-Platz, die eigentliche Belohnung Conference League verkommt für Spieler und Fans zum Pflichtprogramm.

Die 90er-Jahre als Bürde

Vor 30 Jahren gewann Marseille als erste und bisher einzige französische Mannschaft die Champions League. Ein Triumph, der in der Hafenstadt langfristig nachhallte. Es war 1993 die Krönung in der eigenen Geschichte, nachdem der Klub in den vier Jahren zuvor jeweils bereits die Meisterschaft gewonnen hatte.

Didier Deschamps mit dem Pokal
Legende: Durfte als Captain die Trophäe in Empfang nehmen Didier Deschamps nach dem CL-Final 1993 gegen Milan (1:0). Imago Images

Damals stand bei Marseille Fabien Barthez im Goal, Marcel Desailly lehrte die gegnerischen Stürmer das Fürchten und der spätere Nationaltrainer Didier Deschamps orchestrierte das Mittelfeld. Vorne sorgten Tormaschinen wie Rudi Völler und Jean-Pierre Papin für anhaltende Hochgefühle in Blau-Weiss.

Heuer kämpft Olympique Marseille um einen Platz im Conference-League-Final in Albanien, während im eigenen Land der Sieger der Champions League gekürt wird. Man kann dem alteingesessenen Olympique-Anhang die anhaltende Melancholie und die leeren Sitzschalen gegen Basel angesichts dessen wahrlich nicht verübeln.

Video
Archiv: Marseille besiegt Basel im Hinspiel
Aus Europa League – Highlights vom 10.03.2022.
abspielen. Laufzeit 4 Minuten 57 Sekunden.

SRF zwei, Europa League – Highlights, 10.03.22, 23:50 Uhr;

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Boris Weibel  (Boris Weibel)
    2. Teil:
    Ende 1996 wurde er erneut wegen Insolvenzvergehen, Unterschlagung und Bestechung insbesondere im Rahmen der Affaire OM-VA für schuldig befunden und zu acht Monaten Haft verurteilt, von denen er 1997 sechs Monate absaß.
  • Kommentar von Boris Weibel  (Boris Weibel)
    Da war noch was mit Bernard Tapie:
    Anfang der 1990er Jahre geriet Tapie zunehmend in die Kritik und mit dem Kollaps des Crédit Lyonnais 1993 verlor er auch die Unterstützung seiner Bank. Im Herbst 1994 erklärte Bernard Tapie seine Insolvenz. Im Juli 1996 wurde er im Rahmen der Affaire Testut wegen Untreue zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und zu einer Geldstrafe von 300.000 Franc verurteilt.