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Europa League Lustrinelli: «Bei Sparta kenne ich nur noch den Masseur»

Am Donnerstag trifft der FC Thun in der Europa-League-Quali auf Sparta Prag. Mauro Lustrinelli hat in seiner aktiven Karriere für beide Klubs gespielt. Im Interview spricht der Tessiner über seine Zeit bei Sparta Prag und die Thuner Chancen vor dem Duell.

Legende: Video «Thun, Sparta, Nationalmannschaft – Lustrinellis Karriere» abspielen. Laufzeit 1:08 Minuten.
Vom 19.08.2015.

Mauro Lustrinelli, 2006 haben Sie ein Jahr lang in Tschechien bei Sparta Prag gespielt. Verfolgen Sie den Klub heute noch?

Lustrinelli: Nicht mehr extrem. Wenn sie im europäischen Wettbewerb vertreten sind, schaue ich natürlich, wo Sparta in der Tabelle steht.

Sparta Prag ist Kult.
Lustrinelli im Sparta-Dress
Legende: Mauro Lustrinelli In 13 Ligaspielen für Sparta Prag erzielte er 3 Tore. EQ Images

Wie kam damals eigentlich der Wechsel zu Sparta Prag zustande?

Es war ja so, dass wir mit Thun in der Champions League gegeneinander gespielt haben. Natürlich haben sie dann unsere Spieler beobachtet. Da sie so einen Spielertypen wie mich brauchten, haben sie mir ein Angebot gemacht, welches ich dann akzeptiert habe. Ich wollte einfach eine neue Erfahrung machen. Mit Thun wurden wir in der Meisterschaft Zweiter und haben dann Champions League gespielt. Der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel war gekommen.

Wie haben Sie den Klub während Ihrer Zeit in Prag erlebt?

Das war ein super Klub. Sparta Prag ist einfach Kult. Innerhalb von 10 Jahren haben sie sich 6 oder 7 Mal für die Champions League qualifiziert. Jetzt hat sich aber etwas geändert. Slavia Prag ist stärker geworden, man hat Konkurrenz bekommen. Momentan ist Sparta nicht mehr gleich stark wie früher.

Fliegen Sie am Donnerstag nach Tschechien, um sich das Spiel zwischen Sparta Prag und Thun anzusehen?

Zuhause werde ich dann natürlich im Stadion sein. Aber leider, leider kann ich nicht nach Prag fliegen. Sie haben es mir zwar angeboten, aber ich muss arbeiten (lacht).

Ich bin zu 100 Prozent für Thun und nicht einmal 1 Prozent für Sparta.

Wohl weil sie jetzt neben der U18 von Thun auch noch die U21-Nationalmannschaft als Co-Trainer betreuen?

Ja genau, mit der Doppelfunktion habe ich im täglichen Trainingsbetrieb viel zu tun. Aber momentan läuft alles gut.

Zurück zum Donnerstag. Wahrscheinlich drücken Sie Thun die Daumen?

Ja natürlich, das ist klar! Ich bin zu 100 Prozent für Thun und nicht einmal 1 Prozent für Sparta. Klar habe ich noch schöne Erinnerungen an meine Zeit dort. Aber wenn ich mir die Mannschaft anschaue, dann spielt kein Spieler mehr von damals. Aus dem Staff ist auch lediglich noch ein Masseur geblieben. Alles andere hat sich verändert. Heute habe ich keinen Kontakt mehr zum Klub.

Zum Schluss, wie sehen Sie die Chancen von Thun?

(lacht) Was soll ich da bloss sagen? Gut, das erste Spiel ist ja auswärts. Da kann Thun vielleicht ein Unentschieden erreichen. Je länger es ausgeglichen bleibt, desto unruhiger wird es im Stadion. Die Spieler erwarten einen Sieg und auch die Zuschauer haben sehr hohe Erwartungen. Vielleicht kann das Thun zu seinem Vorteil nutzen.

Also gut, ein Unentschieden. Und zuhause macht Thun dann alles klar.

Das ist dann wieder eine andere Geschichte. Schauen wir mal, was passieren wird. Auf jeden Fall werden die gesamten 180 Minuten entscheiden.

Legende: Video «CL 2005: Hodzic erzielt das späte Thuner Siegtor gegen Sparta» abspielen. Laufzeit 0:30 Minuten.
Vom 19.08.2015.

Sendebezug: Radio SRF 4 News, Morgenbulletin, 20.08.2015, 07:17 Uhr

Karriere nach der Karriere

Lustrinelli als Thun-Trainer
Legende: EQ Images

Seinen Rücktritt vom Profifussball gab Mauro Lustrinelli Anfang 2012 bekannt. Heute ist der ehemalige Nationalspieler (13 Einsätze) Trainer der U18-Junioren von Thun sowie Co-Trainer der Schweizer U21. Zudem unterstützt der 39-jährige Tessiner Radio SRF als Fussballexperte.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Pascuale Lorenzetti, Zug
    Schön, wieder mal von Lustrigol zu hören. Eine Legende, die den hiesigen Fussball jahrelang geprägt hat. Besonders in Erinnerung bleibt natürlich sein Tor gegen Malmö. Aber auch seine sympathische, bodenständige Tessiner Art wissen die Älteren unter uns auch heute noch zu schätzen. Jammerschade, dass dieser "Lustrigol" sich nie nach St. Gallen getraut hat. Als Heimweh-Ostschweizer wage ich es mir kaum zu erträumen, wie ein Hakan Yakin in seinen jungen Jahren mit Lustrinelli harmoniert hätte!!
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    1. Antwort von Stefano Bussetti, Thun
      Lustrigol konnte leider nie sein persönliches Top-Niveau erreichen. Ich verstand auch sein Nati-Aufgebot nie wirklich. Oftmals haben seine Füsse nicht das gemacht, was der Kopf eigentlich wollte. Deshalb freue ich mich umso mehr, dass er jetzt als Trainer tätig ist. So kommen seine Stärken wirklich zum tragen. Wenn er seine Sporen bei den U-Mannschaften abverdient hat, traue ich ihm eine ausgezeichnete Trainer-Karriere zu.
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