Sassuolo: Der etwas andere italienische Klub

Vom Provinzklub auf die europäische Bühne: Luzerns Gegner in der 3. Runde der Europa-League-Qualifikation hat einen beachtlichen Aufstieg hinter sich.

Sassuolo-Captain Francesco Magnanelli setzt zu einem Flugkopfball an. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Seit mehr als 10 Jahren dabei Sassuolo-Captain Francesco Magnanelli. Imago

Als Tabellen-Sechster gehörte Sassuolo in der abgelaufenen Saison unbestritten zu den Überraschungsteams in der Serie A. Der Klub aus der Region Emilia-Romagna war erst 2013 in die höchste italienische Liga aufgestiegen. Nun wollen die «Neroverdi» in der Europa League für Furore sorgen.

Doch was erwartet den FC Luzern am Donnerstag, wenn die Italiener im Hinspiel der 3. Qualifikationsrunde in der Innerschweiz gastieren? Sassuolo unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von anderen italienischen Klubs. Man könnte gar von einem «Vorzeigeklub» sprechen:

  • Einheimische Spieler: Anders als bei den meisten anderen Klubs wird bei Sassuolo fast ausschliesslich auf italienische Spieler gesetzt. Im Kader besitzen nur drei Akteure keinen italienischen Pass.
  • Intakte Finanzen: Der Klub ist schuldenfrei, die Strukturen optimal. Der vermögende Besitzer Giorgio Squinzi setzt auf ein langfristiges Engagement.
  • Identifikationsfigur: Captain Francesco Magnanelli hält dem Klub seit über 10 Jahren die Treue. Damals kickte Sassuolo noch in der vierthöchsten Liga. Der 31-Jährige hält mit 369 absolvierten Partien wenig überraschend den Klubrekord.
Eusebio Di Francesco und Francesco Magnanelli. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Trainer und Captain Eusebio Di Francesco und Francesco Magnanelli. Imago

Lichtsteiner schwärmt von Sassuolo

Intakte Strukturen und ein gutes Kader sind aber nur ein Teil der Erfolgsgeschichte. Sassuolo vermag auch in spielerischer Hinsicht zu überzeugen. Trainer Eusebio Di Francesco setzt auf attraktiven Offensiv-Fussball, ohne dabei die Defensive zu vernachlässigen. Mit steilen Pässen in die Tiefe sorgt seine Mannschaft aus einer soliden Verteidigung heraus für Betrieb in der gegnerischen Platzhälfte.

«  Der FCL hat aber einen physischen, spielerischen und mentalen Vorteil. »

Stephan Lichtsteiner
in der Neuen Luzerner Zeitung

Einer, der Sassuolo bestens kennt, ist der langjährige Juve-Verteidiger Stephan Lichtsteiner. Gegenüber der Neuen Luzerner Zeitung äusserte sich der Nati-Captain zum Gegner des FCL wie folgt: «Sassuolo ist eine Mannschaft, die schwer zu schlagen ist. Sie spielen einen homogenen und modernen Fussball, sind defensiv stabil und bekommen nur wenig Gegentore.»

FCL muss seine Vorteile nutzen

Geht es nach Lichtsteiner, ist Luzern am Donnerstag aber alles andere als chancenlos. Während die Innerschweizer bereits wieder im Meisterschaftsbetrieb stecken, befindet sich Sassuolo noch in der Saisonvorbereitung. «Das ist ein sehr grosser Vorteil, den der FCL unbedingt ausnutzen muss. Der FCL hat einen physischen, spielerischen und mentalen Vorteil», ist sich der Juve-Verteidiger sicher.

Sendebezug: SRF1, sportaktuell, 23.07.2016, 22:20 Uhr

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Luzern vor dem Spiel gegen Sassuolo

3:51 min, aus sportaktuell vom 27.7.2016