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FIFA WM 2014 Französische «Spätzünder» schalten Nigeria aus

Dank einer eindrücklichen Schlussoffensive hat sich Frankreich mit 2:0 gegen Nigeria durchgesetzt. Die Schwarzafrikaner boten dem Mitfavoriten auf den Titel lange Paroli. Dann war es aber Paul Pogba, der die «Grande Nation» auf die Siegesstrasse brachte. Im Viertelfinal wartet nun Deutschland.

Mit gestärktem Selbstbewusstsein waren die Franzosen aus der Schweizer Gruppe in die K.o.-Phase vorgestossen. Der Achtelfinal gegen Nigeria sollte zur Zwischenstation für die «Equipe Tricolore» werden, deren bisherige Auftritte Erinnerungen an die grosse Ära unter Zidane aufkeimen liessen. Doch gegen die physisch starken und munter mitspielenden Schwarzafrikaner taten sich die Franzosen lange schwer.

Frankreichs spätes Erwachen

Es sollte geschlagene 70 Minuten dauern, bis sich Didier Deschamps Team ein spielerisches Übergewicht erarbeiten konnte. Dann aber fanden sie zu ihrem Sturm-und-Drang-Spiel der Gruppenphase: Erst konnte Victor Moses in extremis die Führung durch Karim Benzema verhindern, wenig später krachte ein Abschluss von Yohan Cabaye an die Latte.

Pogba bricht den Bann

In der 79. Minute war der Bann dann aber gebrochen: Nach einer Valbuena-Ecke war es Youngster Paul Pogba vorbehalten, Frankreichs WM-Träume zu befeuern. Nigerias Torhüter Enyeama, der die «Super Eagles» mit seinen Paraden in die K.o.-Phase gehext hatte, war für einmal nicht frei von Schuld.

Nigeria schlecht belohnt

Die in der Schlussphase ausgelaugt wirkenden Nigerianer waren danach zu keiner Reaktion mehr fähig. Stattdessen war es Yobo, der das Schicksal der Westafrikaner mit seinem Eigentor in der Nachspielzeit besiegelte. Die unglückliche Aktion passte zu einem Spiel, in dem die «Super Eagles» für viel Aufwand wenig Lohn ernteten. So spielte Nigeria vor dem französischen Erwachen nicht nur mit, vielmehr rissen sie das Spieldiktat phasenweise an sich.

«Super Eagles» schnuppern an Sensation

Etwa, als sie nach munterem Start das erste europäisch-afrikanische Duell des Abends lancierten: Emmanuel Emenikes (19.) vermeintliche Führung wurde aber wegen eines haarscharfen Abseits aberkannt.

Auch in der 2. Halbzeit versteckte sich Nigeria nicht. Peter Odemwingies Distanzversuch (64.) blieb die grösste Chance vor dem 0:1. Zudem mussten sich die Franzosen glücklich schätzen, dass Blaise Matuidi für sein rüdes Einsteigen gegen Ogenyi Onazi (54.) nicht vom Platz gestellt wurde.

Bleibt Deschamps ungeschlagen?

Im Viertelfinal treffen die Franzosen auf Deutschland. Im Nachbars-Duell wird Deschamps' eindrückliche Serie - der Weltmeister von 1998 hat als Spieler und Trainer noch kein WM-Spiel verloren - auf eine harte Probe gestellt. Der Afrikameister seinerseits verpasste zum dritten Mal nach 1994 und 1998 den erstmaligen Einzug ins Viertelfinale.

Sendebezug: SRF zwei, FIFA WM 2014, 30.06.2014, 18:00 Uhr.

12 Kommentare

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  • Kommentar von Philipp Zurfluh, Altdorf
    @Simon: Ich bin absolut deiner Meinung. Nochmals für alle zum mitlesen und mitschreiben. Das Foul von Giroud an von Bergen war eine klare gelbe Karte und keine rote, auch wenn einige das nicht wahrhaben wollen.
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  • Kommentar von Simon, Bern
    Erstaunlich, wieviele hier beratungsresistent sind. Wie schon beim Zweikampf von Bergen-Giroud erklärt Ref Bertolini in aller Ruhe, dass es zurecht keine rote Karte ist. Trotzdem meinen viele, es besser zu wissen. Wenn man ein Team unsympathisch findet, ok, aber dann kann man es auch so angeben, statt irgendwelche "sachliche" Vorwände einzubringen.
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    1. Antwort von M. Sucher, Aarau
      Genau, das dachte ich auch! Es gibt Regeln. Es gibt Schiedsrichter, die diese Regeln umsetzen möchten. Wie im richtigen Leben: Wenn jemandem die Regeln nicht passen, dann ok - aber die Polizistin, die jemanden wegen zu schnellem Fahren anhält, tut nur ihren Job. So tun die Schiedsrichter auch nur ihren Job. Die Regeln sind klar: Es gibt gelb und nicht rot, denn der Spieler wollte den Ball spielen. (Nur Attacken rein auf den Mann sind rot.)
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  • Kommentar von Roman Müller, Bern
    Kein wunder pfeifen viele Schiedsrichter so schlecht, wenn nicht mal Herr Bertolini im Studio die rote Karte beurteilen kann. (kleine Erinnerung als er im Italien-Spiel von einer 120%-Karte sprach) und hier vertritt er eine gelbe als korrekt...
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