Zum Inhalt springen

FIFA WM 2014 Lahm: «Wir sind unseren Weg gegangen»

Deutschland hat sich an der WM in Brasilien nie vom Weg abbringen lassen und den ersten Titel unter Joachim Löw errungen. Am Ende zahlten sich Geduld und Solidarität aus, wie Captain Philipp Lahm, Goalie Manuel Neuer und Mittelfeldmotor Bastian Schweinsteiger erklärten.

«Wir haben uns im Lauf dieses Turniers immer wieder gesteigert und uns nie irritieren lassen. Wir sind unseren Weg gegangen und jetzt sind wir Weltmeister», sagte Deutschlands Captain Philipp Lahm kurz nach dem Abpfiff im Maracana. «Wir sind in diesem Final geduldig und ruhig geblieben, das hat sich bezahlt gemacht. Wir hatten hinten raus mehr Kraft», so der Aussenverteidiger von Bayern München.

Ruhe und Geduld waren im Final gegen Argentinien dringend nötig. Die Südamerikaner liessen keinen Ballzauber Deutschlands zu wie Gastgeber Brasilien im Halbfinal. Deutschland musste ackern und kämpfen und geriet mehrere Male böse in Schieflage. Doch Deutschland war fähig, seine stürmische Ader zu kontrollieren und geduldig auf die Chance zu warten.

Joachim Löw alleine auf dem Rasen des Maracana.
Legende: Wie einst Beckenbauer Joachim Löw alleine auf dem Rasen des Maracana. Keystone

«Zehn Jahre harte Arbeit»

«Die Spieler sind über ihre Grenzen hinausgegangen und haben so viel gegeben wie noch nie», lobte Coach Joachim Löw seine Equipe. «Es waren zehn Jahre harte Arbeit. Wir sind in dieser Zeit immer besser geworden. Das war einfach fällig», freute sich Löw, der nach vielen Ehrenplätzen seit 2006 endlich seinen ersten Titel feiern durfte.

Deutschlands Opferbereitschaft und Solidarität waren im Final in der Tat vorbildlich - wie zuvor im Turnier, als das Team von Joachim Löw nach den Spielen gegen Ghana und Algerien in der Kritik gestanden hatte: «Der Zusammenhalt ist der Grund, warum wir Weltmeister geworden sind. Alle haben mitgeholfen, auch die, die nicht gespielt haben», sagte Goalie Manuel Neuer, der zum besten Keeper des Turniers gewählt wurde.

Gedanken zu Glück und Pech

Neuer dachte in diesem triumphalen Moment auch an Marco Reus, der sich im letzten WM-Vorbereitungsspiel schwer verletzt hatte und das Turnier in Brasilien dadurch verpasste.

Wie nahe Glück und Pech beieinander liegen können, erlebte in diesem Final auch Christoph Kramer, der im Mittelfeld kurzfristig für Sami Khedira einspringen musste. Nach 32 Minuten musste der Mönchengladbacher mit einer Hirnerschütterung wieder vom Feld: «An viel kann ich mich nicht erinnern, aber das ist auch egal jetzt», meinte er und grüsste seine Geburtstag feiernde Oma.

Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger mit dem WM-Pokal.
Legende: Weggefährten seit 2004 Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger mit dem WM-Pokal. Keystone

Die Power von der Bank

Der erweiterte Teamgedanke des modernen Fussballs wurde in diesem Final wie schon so oft an dieser WM unter Beweis gestellt. Einmal mehr waren es mit den eingewechselten André Schürrle und Mario Götze die Joker, die Spieler Nummer 12 und 13, die für die Entscheidung sorgten.

«Ich kann das gar nicht begreifen. Als der Abpfiff kam, sind mir plötzlich die Tränen gekommen. Ich wusste gar nicht, was ich machen sollte. Der Pokal ist wunderschön. Jetzt glänzt er in meinen Armen», erklärte Deutschlands Super-Joker Schürrle, der in der 113. Minute mit seinem Pass auf Götze für die Erlösung ganz Deutschlands sorgte.

«Wie die Jungs von der Bank mitgegangen sind, das habe ich noch nie erlebt. Das gab uns unheimliche Power. Nur deshalb haben wir den Pokal gewonnen», sagte Bastian Schweinsteiger. Der Bayer, der zu WM-Beginn auch einer dieser Jungs gewesen war.

Sendebezug: SRF zwei, FIFA WM 2014, 13.07.2014, 21:00 Uhr

10 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von W. E, KT. ZH
    Lahm: "Wir sind unseren Weg gegangen". Aber ziemlich lahm & in allen Spielen nicht sehr überzeugend. Schade sind die Mannschaften, welche noch mit viel Herzblut, Feuer & Tempo Fussball spielen entweder in der Vorrunde, oder dann im Achtel- Finale ausgeschieden. Und wie voraus gesagt: "Ab dem Viertel-Finale wird es jetzt langweilig." So war es dann auch!:-) Doch jetzt hat halt nicht die beste Mannschaft den Titel geholt, sondern einfach diejenige mit der besten Strategie. :-)
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Anke Strebel, Winterthur
      Nicht ganz richtig! Die Deutschen haben keine Primadonna wie Messi, Ronaldo, Neymar etc., sondern eine Mannschaft die gut Fussball spielt. Ganz einfach.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von W. E, KT. ZH
      Also wirklich nur hervorragend ist der Torwart & Müller, dann noch Klose Die haben wirklich Klasse. Aber diejenigen, welche jetzt am lautesten brüllen waren es eben nicht. Denjenigen, welche die Deutsche Elf den Titel zu verdanken haben, bleiben bescheiden im Hintergrund. Und das waren eben nur der Goalie, Müller & Klose.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von M. Bolder, Muhen
      Deutschland war ja gerade eine der Mannschaften an dieser WM, die mit Herzblut, Feuer und Tempo Fussball gespielt haben. Brasilien, so leid es mir tut, gehörte z.B. nicht zu diesen Mannschaften.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von Juha Stump, Zürich
      @W. E.: Je mehr Neider verärgert und bitter schreiben, desto besser schmeckt dieser WM-Titel. So einfach ist das.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    5. Antwort von RR, Aargau
      Auch wenn der Fussball bestimmt nicht im Aargau erfunden worden ist, melde ich mich auf diesen Kommentar. Ich meine, da viel Neid aus dem Kommentar zu hören. Irgendwann muss man einfach anerkennen, dass DE diesen Titel mehr als verdient hat. Diese Mannschaft besteht aus mehr als 20 top Fussballern! In der Breite ist dieses Kader einfach das Beste und somit verdient Weltmeister. PS: Ich bin kein Deutscher :-)
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    6. Antwort von Bayern Muenchen, Muenchen
      Euer Neid, ist Unser Stolz !! Bayern München hat seit Sonntagabend nicht nur mit Abstand die meisten Weltmeister in seinen Reihen,sondern behielt auch in der WM-Torschützenliste nach Klubs deutlich die Oberhand.18 Tore in Brasilien auf das Konto von Spielern des deutschen Double-Gewinners.Neben dem Xherdan Shaqiri, zeichneten sich auch Thomas Müller (5), Arjen Robben (3), Mario Götze, Toni Kroos, Mario Mandzukic (je 2) und US-Youngster Julian Green (1) als Torschützen aus. Basta
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    7. Antwort von Stefanie Günther, Allschwil
      Wer hier schreibt, die Deutschen hätten nicht mit Herzblut, Feuer & Tempo gespielt hat von Fussball nicht die geringste Ahnung. Es sind die bekannten Offensivzauberer wie Spanien und Brasilien, die an dieser WM enntäuscht haben. Ganz zu schweigen, von den Schweizern, die sich gegen Frankreich nahezu widerstandslos haben eintüten lassen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    8. Antwort von W. E, KT. ZH
      Von Neid kann keine Rede sein. Dann müsste ich mich wirklich für Fussball interessieren. Tue ich aber nicht & deshalb habe ich wirklich keine Ahnung davon!:-) Aber wenn ich dann mal in die WM schaue, gefallen mir die Spiele der "heissblütigen" Mannschaften einfach besser. Und übrigens: Tennis gefällt mir noch weniger & auch die Lob-Dudeleien über Federer ärgern mich!:-) Aber durch den Sieg der D dauert eben dieses "Gstürm" um die WM noch länger. Dabei hat es ja lange genug gedauert, meine ich.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    9. Antwort von W. E, KT. ZH
      Und an alle, welche sich jetzt so über meinen Kommentar geärgert haben zitiere ich Löw so ungefähr: "Unsere Mannschaft hat sehr hart auf diese WM hin gearbeitet & deshalb diesen Sieg verdient." Solche Aussagen ärgern eben mich, denn es haben wohl alle Mannschaften an dieser WM hart auf diese hin gearbeitet, somit den Sieg verdient & eben nicht nur die Deutsche Elf.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen