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Schweizer Nationalmannschaft Nati: Melancholie am Ende einer Ära

Das bittere Ausscheiden gegen Argentinien und der definitive Abschied von Trainer Ottmar Hitzfeld haben an der Bilanz-Pressekonferenz der Nati in Sao Paulo für eine melancholische Stimmung gesorgt.

Legende: Video Bilanz-Interview mit Ottmar Hitzfeld abspielen. Laufzeit 5:22 Minuten.
Aus FIFA WM 2014 live vom 02.07.2014.

Ottmar Hitzfeld wirkte bei seinem letzten Auftritt als Trainer der Schweizer Nationalmannschaft gelöst, aber auch emotional. «Ich bin meinen Spielern unglaublich dankbar, dass sie mir zum Abschied ein solches Spiel geschenkt haben», blickte Hitzfeld mit der Distanz einer Nacht noch einmal auf den Achtelfinal gegen Argentinien zurück.

Hitzfeld erwähnte die unglaublichen letzten Minuten, dieses bittere Ende in einer Partie, in der seine Mannschaft praktisch alles richtig gemacht hatte. Das seien Erlebnisse gewesen, über die man stundenlang sprechen könnte. «Diese Emotionen machen den Sport aus. Und diese Emotionen werden uns noch während Wochen begleiten.»

Viele Sympathien gewonnen

Rückblickend auf die gesamte WM fand es Hitzfeld «fantastisch, wie sich meine Mannschaft im Verlauf des Turniers steigern konnte.» Nach dem wackligen Start gegen Ecuador und der Schmach gegen Frankreich ist die Nati zusammengerückt und hat sich gegen Honduras zurückgekämpft. «Mit diesem Auftreten hat das Team viele Sympathien gewonnen», ist sich Hitzfeld sicher.

Für die Zukunft ist Hitzfeld wie viele Beobachter optimistisch, was die Entwicklungschancen der Nati betrifft. «Die Mannschaft ist jung und kann auf den Erfahrungen aufbauen, die sie in Brasilien gemacht hat.» Er wünsche Nachfolger Vladimir Petkovic viel Glück und werde die Nati bei ihren Länderspielen auch in Zukunft im Stadion verfolgen.

Trotz Emotionalität und Melancholie ist sich Hitzfeld sicher, mit dem Rücktritt die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Er möchte sich jetzt mehr um die Familie kümmern, nachholen, was während 40 Jahren im Profi-Fussball nicht möglich war. An die 6 Jahre als Nati-Coach wird Hitzfeld gerne zurückdenken. «Es war eine fantastische Zeit, in der ich mit einer grossartigen Mannschaft arbeiten durfte.»

Spieler bald zurück im Alltag

Nach dem Schlusspfiff gegen Argentinien habe Hitzfeld unzählige Nachrichten mit Glückwünschen erhalten, erzählte der Coach zum Ende der Pressekonferenz. «Beim Lesen kamen mir fast die Tränen. Ich bin derzeit noch zu emotional, um die Nachrichten zu verarbeiten», sagte der Coach, ehe mit dem Schluss der Bilanz-Pressekonferenz seine Ära als Nati-Trainer definitiv abgeschlossen war.

In der Nacht auf Donnerstag fliegen Hitzfeld und seine Mannschaft zurück in die Schweiz. Während die Spieler nach einigen Tagen Ferien in die Trainingslager ihrer Klubs einrücken und damit in den Alltag zurückkehren, wird Hitzfeld irgendwann in den nächsten Tagen oder Wochen sämtliche Nachrichten lesen und sich mit vielen Emotionen an diesen Abschied in Sao Paulo erinnern.

Sendebezug: SRF zwei, FIFA WM 2014 live, 01.07.14 18:00 Uhr

Legende: Video Spielbericht Argentinien - Schweiz abspielen. Laufzeit 5:03 Minuten.
Aus FIFA WM 2014 live vom 02.07.2014.

26 Kommentare

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  • Kommentar von rdg, goldau
    @ Mike Brunner: So ein Debackel wie Hitzfeld gegen Frankreich hat Kuhn noch nie erlebt. Schlimm ist noch dass die CH mit dem 5:2 noch gimpflich davongekommen ist. Es hätte auch 7:2 heissen kännen. Das scheint alles vergessen.
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  • Kommentar von RDG, Goldau
    Wegen einer ehrenvollen Niederlage gegen Argentinien kann man Hitzfeld nicht in den Himmel hinauf loben. Zuviele Flops hat er sich geleistet. Nichtteilnahme an der EM 2012 / Keine souveräne Leistung in einer leichten Qualigruppe/ Debackel gegen Frankreich totale falsche Taktik und Einstellung/ Eine Minute vor Schluss gegen Equador die 1/8 Finals erreicht. Man wollte Ihn schon abschiessen und die Vertragsverlängerung hing an einem Faden.Mehrv erreicht als andere Trainer hat er nicht.
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  • Kommentar von Roger Hess, Frauenfeld
    Unter dem eher biederen Köbi Kuhn war die Nationalmannschaft summa summarum erfolgreicher als unter Hitzfeld. Es gibt keinen Grund auf OH eine Laudatio anzustimmen. Er hat die Mannschaft nicht weiter gebracht.
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    1. Antwort von Mike Brunner, Lachen
      Hab ich etwas verpasst, hat die Nati unter Köbi Kohn den Viertelfinal erreicht? Hitzfeld hatte das Pech, dass diese WM in Südamerika ist, es sind bereits 3 europäische Weltmeister ausgeschieden und wir haben in der 118 Minute gegen einen 2fachen südamerikanischen Weltmeister unglücklich verloren. Ich bin überzeugt das Penaltyschiessen hätten wir gepackt und dann vielleicht auch Belgien und Einzug in Halbfinal. Das ist halt Fussball. Das Spielniveau ist aber nicht vergleichbar mit damals heute!
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    2. Antwort von Reto Munteler, Zürich
      Man sollte auch mal auf das schauen, was gelang und was man hat und nicht nur auf das nicht erreichte. Sonst bleibt man ein ewiger Pessimist. Schade, dass wir in der Deutschschweiz von denen so viele haben.
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    3. Antwort von Roger Hess, Frauenfeld
      @MB: Offensichtlich haben Sie etwas verpasst. 2006 reichte es immerhin bis ins Elfmeterschiessen und ohne diese unselige Auswechslung von Alex Frei in der 117. Minute wäre in selbigem ebenfalls mehr dringelegen.
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