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«Doppeladler-Debatte» hält an Miescher: «Wollen wir Doppelbürger?»

Der SFV-Sekretär wartet mit einer brisanten Frage auf: Soll man in der Nati Spieler mit zwei Pässen künftig verbieten?

Alex Miescher
Legende: Brisanter Vorschlag Alex Miescher entfacht die Diskussion über eine Nati ohne Doppelbürger. Keystone

Der Generalsekretär des Schweizerischen Fussballverbands SFV, Alex Miescher, hat sich im Interview mit dem Tages Anzeiger, Link öffnet in einem neuen Fenster noch einmal zur «Doppeladler»-Affäre an der WM geäussert. Die Schweiz «müsse sich vielleicht fragen», ob sie künftig Doppelbürger in der Nationalmannschaft verbieten wolle.

Und dann ist der Spieler 21 und entscheidet sich für ein anderes Land.

Die Vorfälle rund um Schweizer Nationalspieler mit Jubelgesten und Solidaritätsbekundungen zugunsten Albaniens hätten gezeigt, dass es eine Problematik gebe, sagte Miescher. Weitere Aussagen des Solothurners:

  • «Wir ­haben gezeigt, dass wir beim letzten Schritt noch nicht gut genug sind. Ich tippe auf Übermotivation. Was die emotionale Komponente betrifft, sind wir meiner Meinung nach am obersten Limit gelaufen.»
  • «Ich hatte wirklich nie das Gefühl, dass die ‹Doppeladler›-Geschichte intern so gross war. Das Team war überrascht, welche Aufregung deswegen entstanden ist.»
  • «Der Verband könnte sagen, dass die Türen in die Förderprogramme nur jenen Nachwuchsspielern offen stehen, die auf eine Doppelbürgerschaft ver­zichten.»
  • «Wir hören viele Versprechungen. Und dann ist der Spieler 21 und entscheidet sich für ein anderes Land, weil er dort grössere Chancen auf internationale Einsätze sieht.»
  • «In den meisten Fällen machen wir den Spielern mit der Doppelnationalität auch keinen Gefallen. Das ist wie bei einem Scheidungskind, das sich zwischen Mutter und Vater entscheiden muss. Es wäre für viele Spieler befreiend, wenn die Entscheidung früher getroffen würde.»

Der Fussballverband will mit der im Interview vorgebrachten Idee für ein Verbot der Doppelstaatsbürger in der Nati nach eigenen Angaben «die Resonanz prüfen». Wenn alle der Meinung seien, dass es eine Schnapsidee sei, dann sei das auch okay, erklärte Miescher. Es brauche aber bei dem Thema eine Beruhigung.

Legende: Video Shaqiri als Schweizer Siegtorschütze abspielen. Laufzeit 00:43 Minuten.
Aus FIFA WM 2018 Clips vom 22.06.2018.

Sendebezug: Laufende WM-Berichterstattung SRF zwei

178 Kommentare

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  • Kommentar von Heiner Zumbrunn (Heiner Zumbrunn)
    Ich denke, Herr Miescher müsste nach diesem oderstupidem Fehltritt zurücktreten.
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  • Kommentar von Andreas Wallnoefer (wallnoea)
    Interessante Idee. Die Schweiz braucht ja auch gar nicht unbedingt bei WM oder EM Finalrunden mitspielen müssen ! Wir brauchen gar nicht die besten Fussballtalente aus unserer Gesellschaft !. Kriterien zur Selektion könnten astreines Jodeln der Nationalhymme sein oder Stammbaum mit Innerschweizer Grossmutter ! Die Trikots könnte man mit Sennenkäppli ergänzen ! Die Heimspiele könnten wir auf einer Alp austragen ! Die SFV Funktionäre sind offensichtlich kommunikativ und professionell überfordert
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  • Kommentar von Peter Muster (Giovanni Caputo)
    Langer Rede kuruer Sinn. Die 3 betreffenden Spieler geben per sofort ohren Rücktritt aus der CH-Nati. Dann muss der SFV nämlich nichts machen. Politiker müssen ja auch den Hut nehmen, wenn sie einen Seich gemacht haben. Dann müsste Herr Miescher auch keine solchen Fragen mehr in den Raum stellen.
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