Um Granit Xhaka wird es nie ruhig. Zunächst sorgte der 33-Jährige an der WM mit seinen Weckrufen nach dem Testspiel gegen Australien und dem missratenen Start ins Turnier gegen Katar für Schlagzeilen. Gegen Bosnien-Herzegowina gab er seinen Kritikern mit einer starken Leistung die Antwort auf dem Platz. Und in den vergangenen Tagen füllten Gerüchte um einen möglichen Wechsel zu Chelsea die Zeitungen und Portale.
Auch vor dem WM-Sechzehntelfinal sind Xhaka die Schlagzeilen gewiss – aus gutem Grund: Der Captain wird gegen Algerien als erster Schweizer seine 150. Partie im Nati-Shirt absolvieren. Erst 46 Spieler weltweit erreichten diese magische Marke. Unter ihnen Rekordmann Cristiano Ronaldo (231 Einsätze), Lionel Messi (202), Sergio Ramos (180), Gianluigi Buffon (176) oder Lothar Matthäus (150).
Wir blicken auf bisherige Meilensteine in Xhakas Länderspiel-Karriere zurück:
- 1. Länderspiel: Xhaka debütiert am 3. Juni 2011 unter Ottmar Hitzfeld gegen England (2:2). Als 18-Jähriger darf er in der EM-Qualifikation im legendären Wembley von Anfang an auflaufen – und ist von da an nicht mehr aus dem Team wegzudenken.
- 1. Treffer: Sein erstes Länderspiel-Tor erzielt er 5 Monate später beim knappen 1:0-Sieg in einem Testspiel in Luxemburg. Seinen bislang letzten von mittlerweile 18 Treffern schiesst Xhaka erst vor wenigen Tagen an der WM, als er beim 4:1-Sieg gegen Bosnien-Herzegowina per Penalty für den Schlusspunkt sorgt.
- Captain: Sein Land erstmals mit Captainbinde am Arm aufs Feld führen darf Xhaka am 10. Oktober 2016. Beim 2:1 in Andorra vertritt er Stephan Lichtsteiner. Nach dem Nati-Rücktritt des Rechtsverteidigers wird Xhaka im Herbst 2020 zu seinem legitimen Nachfolger.
- Die bisherigen Jubiläen: Den 50. Einsatz schafft der Mittelfeldspieler beim 2:0-Sieg in der WM-Quali gegen die Färöer am 13. November 2016. Die Hundert macht Xhaka am 29. März 2022 beim 1:1 im Testspiel gegen den Kosovo voll.
Der Schlüssel liegt in der Konstanz
Vor dem Jubiläum gab es für Xhaka Lob von höchster Stelle. SFV-Präsident Peter Knäbel sagte: «Herzliche Gratulation dafür! Das schafft man nur, wenn man häufig bei Endrunden dabei ist. Ein Lob geht aber auch an seine Kollegen. Diese Zahl zeigt auch, was in den letzten Jahren im Schweizer Fussball entwickelt worden ist.»
Schliesslich hätte Xhaka, der kaum je verletzt fehlte, diesen Meilenstein nicht erreichen können, wäre die Schweiz nicht zu einem regelmässigen Gast bei EM- und WM-Endrunden aufgestiegen. Seit Xhakas Debüt verpasste man nur in seiner ersten Kampagne ein grosses Turnier (2012).
Geht es nach Xhaka, soll es beim Turnier in den USA, Kanada und Mexiko selbstredend nicht bei den 150 Einsätzen nach dem Sechzehntelfinal bleiben. Legendär ist jeweils seine Ansage vor einem Grossanlass, dass er bis zum Final packe. Lohnt sich diese Vorbereitung in diesem Jahr tatsächlich, kämen vier weitere Einsätze dazu.