Drei Tage nach dem Sieg gegen Kanada und weniger als eine Woche vor dem WM-Sechzehntelfinal der Nati in Vancouver (3. Juli, 5:00 Uhr MESZ) sorgt am Samstag ein Transfer-Gerücht aus dem Schweizer Camp für Aufregung. Wie Transferexperte Fabrizio Romano, Blue, der Blick sowie The Athletic übereinstimmend berichten, soll Nati-Captain Granit Xhaka vor einem Wechsel zu Chelsea stehen.
Wenn einer der am besten vernetzten Transfer-Gurus wie Romano so konkret über eine Personalie berichtet, ist fast sicher etwas dran. Dies deckt sich mit SRF-Informationen aus dem weiteren Umfeld von Xhaka. Bereits vor zwei Wochen soll eine lose Anfrage von Chelsea eingegangen sein.
Viele Transfers, zu wenig Erfolg
Mit Aufsteiger Sunderland erlebte Xhaka in der Premier League eine sensationelle Saison, die vom Einzug in die Europa League gekrönt wurde. Zugeschrieben wurde der Exploit vor allem dem 33-Jährigen, der erst vor einem Jahr von Leverkusen geholt worden war. Bei den «Black Cats» stieg er sofort zum unumstrittenen Anführer auf und wurde vom Portal The Athletic zum besten Transfer gekürt.
Chelsea wiederum ist nicht erst seit dem Wechsel in der Führungsetage von Roman Abramowitsch zu Todd Boehly und seinem BlueCo-Konsortium zu einem «Chaos-Klub» geworden.
- Millionentransfers von meist jungen Talenten sind an der Tagesordnung. Seit dem Champions-League-Sieg im Sommer 2021 und dem Ende der Saison 2025/26 wurden fast 1,8 Milliarden (!) Euro für Neuzugänge ausgegeben.
- In derselben Zeit wechselte der Trainer neunmal.
- Die Erfolge (Uefa Supercup-Sieger 2021/22, Conference-League-Sieger 2025, Klub-Weltmeister 2025) können nicht mit den Ambitionen der Londoner Schritt halten. In der letzten Saison wurde auf der Zielgeraden gar das internationale Geschäft verpasst.
Enge Verbindung zwischen Xhaka und Alonso
Was wiederum für einen Wechsel Xhakas sprechen könnte: Bei den «Blues» würde es zur Wiedervereinigung mit Xabi Alonso kommen. Der Baske, der mit Xhaka bei Leverkusen vor zwei Jahren Meister und Pokalsieger geworden war, hat das Traineramt nach einem missratenen Intermezzo bei Real Madrid erst gerade angetreten. Beide schwärmen in den höchsten Tönen voneinander und schätzen sich sowohl auf als auch neben dem Platz. In London wohnte Xhaka bereits in seiner Zeit bei Arsenal von 2016 bis 2023.
Aktuell hakt es offenbar noch an der Transfersumme. Während Chelsea ein kolportiertes Angebot von 26 Millionen Euro abgegeben haben soll, hat Sunderland laut BBC einen ersten Vorstoss abgeblockt; man fordert gemäss Blue rund 40 Millionen. Für einen bald 34-Jährigen viel Geld. Erst zweimal wurde für Ü32-Spieler mehr Geld ausgegeben: für Cristiano Ronaldo (für 117 Millionen von Real Madrid zu Juventus) und Robert Lewandowski (45 Millionen von Bayern München zu Barcelona). Doch die «Black Cats» sitzen am längeren Hebel, besitzt Xhaka doch noch einen Vertrag bis 2028.
Es ist deshalb kaum davon auszugehen, dass die Geschichte noch während der WM beendet wird. Vielmehr könnte ein starker Auftritt Xhakas in der K.o.-Phase dessen Wert weiter nach oben treiben.