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Die Medien zum WM-Out der Nati Eine «peinliche rote Karte» oder eine, «die vom Himmel fällt»?

Das schreiben die nationalen und internationalen Medien nach dem Schweizer Aus im WM-Viertelfinal.

Ein grosses Stadion mit einer Anzeigetafel, die eine rote Karte zeigt.
Legende: Das dominierende Thema in den Medien Der Platzverweis von Breel Embolo. IMAGO Anadolu Agency

Die WM-Reise der Nati ist zu Ende. Am Ursprung der Niederlage stand ein Platzverweis gegen Breel Embolo. Eine Thematik, die national wie international aufgegriffen wurde. Während in England das Stichwort «Verschwörungstheorien» fällt, bekundet eine argentinische Tageszeitung fast Mitleid mit den Schweizern.

Zuerst aber ein Blick in die nationale Presse:

  • Die NZZ fasste die entscheidenden Szenen in einem Kommentar so zusammen: «Was es brauchte, war ein Kunstschuss von Julian Alvarez, dem argentinischen Stürmer, nach 112 Minuten. Was es brauchte, war eine rote Karte gegen Breel Embolo, die vieles war, unnötig, dumm, auch: eine Verkettung von unglücklichen Umständen.»
  • Der Tagesanzeiger beschreibt die Szene um Embolo als eigentlich «völlig nebensächliche Situation an der Seitenlinie». Und stellt dann gleich zweimal die Frage nach dem ‹Was wäre, wenn?›: «Die Chance war da, ein ohnehin grosses Turnier noch etwas grösser werden zu lassen. Sie werden sich fragen, was wohl gewesen wäre, wenn es nicht diesen Platzverweis im Viertelfinal gegen Breel Embolo gegeben hätte. Oder wenn Johan Manzambi sich nicht im Training vor dem Kolumbien-Spiel verletzt hätte.»
  • Bei Le Temps wurde die rote Karte von Embolo als «hart, aber logisch. Logisch, aber dumm» bezeichnet. Den Argentiniern wurde zudem mehr Cleverness, oder zumindest Erfahrung attestiert: «Die Frage, ob ein Eingreifen des VAR in einer solchen Situation regelkonform ist, wird sicherlich für Diskussionen sorgen, und man könnte sagen, dass der argentinischen Mannschaft solche Enttäuschungen nie passieren – aber zweifellos liegt das daran, dass die argentinischen Spieler wissen, wie sie sich vor solchen Risiken schützen können.»
  • In einem Kommentar bei watson wird zwar das Eingreifen des VAR und die generelle Leistung des Schiedsrichters thematisiert, aber: «Die Entscheidungsfindung, die zur Gelb-Roten Karte führte, ist diskutabel. Doch weder der (schwache) Schiedsrichter Joao Pinheiro ist durch die Luft gesegelt, ohne dass er getroffen wurde noch der VAR. Sondern Breel Embolo.»

In der argentinischen Presse dominiert die Erleichterung über den Halbfinaleinzug. Während ein Medium Embolo als «Opfer der strengen Regelauslegung» sieht, nutzt ein anderes die Gelegenheit für einen Seitenhieb in Richtung Präsident Javier Milei.

  • Diario Popular: «Im Viertelfinalspiel der Weltmeisterschaft 2026 zwischen Argentinien und der Schweiz spielte der VAR die Hauptrolle. Bei einem Stand von 1:1 entschied Schiedsrichter Joao Pinheiro nämlich, Breel Embolo vom Platz zu stellen, nachdem er zuvor eine Gelbe Karte gegen Leandro Paredes wegen einer Schwalbe des Schweizer Spielers zurückgenommen hatte.»
  • La Nacion: «Der Platzverweis für Embolo war wie ein Skalpell, das das Spiel in zwei Hälften teilte. Es wurde bereits geschrieben, dass auch diese argentinische Mannschaft von dem lebt, was von oben kommt, von dem, was ‹vom Himmel fällt›. So lässt sich die rote Karte für den Schweizer Mittelstürmer beschreiben, der Opfer der neuen strengen Regelauslegung wurde und wegen einer unbedeutenden Schwalbe im Mittelfeld seine zweite gelbe Karte erhielt.»
  • Pagina12: «Willkommen, Torschützen! Wir haben auf euch gewartet. Eine Mannschaft, die nicht weiss, wie man gewinnt, ohne das ganze Land leiden zu lassen. [...] Argentinien hat offenbar mehr zu bieten als Dulce de Leche, Elfmeterschiessen und eine Regierung, die das Land verachtet.»

Weitere internationale Schlagzeilen:

  • Daily Mail (ENG): «Argentinien erreichte das mit Spannung erwartete WM-Halbfinale gegen England durch einen Sieg nach Verlängerung gegen die Schweiz, nachdem Breel Embolo eine peinliche rote Karte kassiert hatte. Los geht's! Haltet euch den Termin frei und füllt eure Kühlschränke. Argentinien gegen England im WM-Halbfinale – und für Lionel Messi eine seltene Premiere.»
  • Sun (ENG): «Argentinien besiegte mit zwölf Mann die Schweiz mit zehn Mann und sicherte Lionel Messi damit den Verbleib bei der Weltmeisterschaft – und das Ergebnis ist ein Duell mit England. Das werden zumindest die Verschwörungstheoretiker behaupten, nachdem dem Schweizer Stürmer Breel Embolo nach VAR-Eingriff die zweite Gelbe Karte wegen einer Schwalbe gezeigt wurde.»
  • Corriere dello Sport (ITA): «Argentinien leidet sehr. Doch als das Elfmeterschiessen zum Greifen nah scheint und die Schweiz, nur noch zu zehnt, sich weigert, aufzugeben, erinnern uns die Weltmeister an eine ganz einfache Sache: Mit phänomenalen Spielern auf dem Platz ist der Sieg leichter. So ist Fussball – Talent macht den Unterschied. Und Julian Alvarez' Talent ist immens.»
  • Mundo Deportivo (ESP): «Es ist Diegos himmlische Fügung. Er sieht Argentinien kämpfen, die Schweiz gleicht aus und drängt auf weitere Tore. Und so ersinnt er von dort oben, unterstützt vom VAR, eine Schiedsrichterentscheidung, um die Situation zu entschärfen.»
  • Die Zeit (GER): «Der Platzverweis für Embolo gab dem Spiel eine andere Richtung. Es gibt ja nie einen guten Zeitpunkt für sowas, aber dieser hier war besonders ungünstig.»


SRF zwei, sportlive, 12.07.2026, 02:30 Uhr ; 

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