Mit ernster Miene betrat Murat Yakin die Medienkonferenz weniger als 24 Stunden vor dem WM-Achtelfinal gegen Kolumbien. Als Kommunikationschef Adrian Arnold das Wort ergriff, wurde auch klar weshalb: Mit Johan Manzambi, Ruben Vargas und Djibril Sow mussten gleich drei Spieler das Abschlusstraining abbrechen.
Um welche Art von Problem es ging, verriet der Schweizerische Fussballverband indes nicht. Sämtliche Nachfragen wurden abgeblockt, man müsse zuerst noch weitere Abklärungen abwarten und gebe keine Wasserstandsmeldungen ab. «Der Ärger ist gross. Es wäre ein Riesenverlust, wenn sie nicht auf dem Platz stehen könnten», gab Yakin Einblick in seine Gefühlswelt.
Keine Systemanpassung
«Es nützt nichts, angeschlagene Spieler auf dem Feld zu haben», so Yakin weiter. Sollten Manzambi oder Vargas tatsächlich ausfallen, würde es wohl beim gleichen System bleiben.
«Wir haben uns etwas angeeignet, das gut ist, und haben dreimal gewonnen. Wir werden nicht ändern, wie wir spielen.» Und auch wenn ein Ausfall der beiden Schweizer Topskorer ein herber Schlag wäre, bleibt Yakin zuversichtlich: «Ich war und bin immer gut darin, Lösungen zu finden.»
Grosse Schwächung droht
Festzuhalten bleibt allerdings noch: Ob die Meldung tatsächlich stimmt, oder bloss eine Verwirrtaktik von Taktikfuchs Yakin ist, wird man wohl erst am Spieltag selber erfahren.
Zumindest bei Manzambi scheint die Situation aber tatsächlich ernst: Gemäss dem Blick verletzte sich der 20-Jährige ohne Fremdeinwirkung am Knie und soll für den Achtelfinal ausfallen.
Sicher ist: Müsste die Schweiz im WM-Achtelfinal tatsächlich auf Manzambi und Vargas verzichten, wäre das eine grosse Schwächung. Das Duo sorgte bislang für fünf der neun Treffer.
Als Alternativen für die beiden bieten sich Noah Okafor und Fabian Rieder an. «Es ist sicher möglich, dass sie reinkommen. Zeki Amdouni wäre vielleicht auch noch einer, der eine der beiden Positionen einnehmen könnte», sagt Huggel.
Yakin dürften ziemlich sicher auch Luca Jaquez und Michel Aebischer nicht zur Verfügung stehen. Das Duo laborierte bereits die ganze Woche an muskulären Beschwerden und trainierte individuell.