3er-Kette oder 4er-Kette? Was passiert mit Denis Zakaria? Und wer ersetzt Breel Embolo im Testspiel gegen Australien am Samstag? Das waren die grössten Fragen, mit denen sich Murat Yakin am Freitag an der Jewish Academy konfrontiert sah.
Viel preisgeben wollte der 51-Jährige nicht, eines war jedoch ersichtlich: Eine Woche vor dem Start zu seiner zweiten WM strahlt der Basler eine grosse Ruhe aus. «Aktuell bin ich noch sehr ruhig», erklärte Yakin auf eine Nachfrage eines australischen Reporters. «Wir haben gute Trainingsanlagen zur Verfügung, wohnen in einem tollen Hotel – das WM-Feeling wird dann nächste Woche aufkommen.»
Früher Anpfiff, anderer Rhythmus
Gegen Australien erwartet Yakin einen harten Test. Er habe die Ozeanier, die im asiatischen Verband angesiedelt sind, im Test gegen Mexiko gesehen. «Sie spielen mit einem 5-4-1-System und versuchen, von hinten herauszuspielen. Und sie schalten schnell um. Es wird ein guter Test für uns, ich will sehen, was meine Spieler machen können.»
Für die Spieler wird es im Snapdragon Stadium in San Diego die letzte Möglichkeit sein, sich an die Begebenheiten anzupassen. Wie bei allen drei Gruppenspielen erfolgt der Anpfiff bereits um 12:00 Uhr Ortszeit. «Das wird einiges für uns ändern», sagte stellvertretend Dan Ndoye. Für den Flügelflitzer wird es besonders wichtig sein, seine Muskeln für die frühe Anspielzeit auf Betriebstemperatur zu bringen.
Yakin weiss zu überraschen
Während es für die Spieler gegen Australien die letzte Möglichkeit wird, sich zu präsentieren, will Yakin die Eindrücke vor dem WM-Auftakt gegen Katar noch aufsaugen und sacken lassen. Denn wer glaubt, Yakin habe seine Stammformation bereits im Kopf, der irrt. «Ich will mich noch nicht festlegen. Nach dem Test habe ich noch 2 Tage Zeit, um die Trainings zu gestalten, die Aufstellung und die Prinzipien festzulegen. Ich verlasse mich auf meine Intuition.»
Der Nationaltrainer gab auch selbst ein Beispiel seiner Flexibilität: Vor zwei Jahren hatte die Nati im letzten Test gegen Österreich zwar unentschieden gespielt, «mit der Leistung war ich aber nicht ganz zufrieden». Mit seinen Wechseln – unter anderem musste Nico Elvedi über die Klinge springen und Michel Aebischer erhielt eine neue Rolle – konnte er Ungarn zum EM-Auftakt überraschen. Auf einen solchen Effekt hofft er wohl auch gegen Katar, sollte ihm die Leistung gegen Australien nicht gefallen.