Medienkonferenzen sind zuweilen eine trockene Angelegenheit. Sie sind vor den WM-Spielen von der Fifa vorgeschrieben und werden von Spielern und Trainern oft als lästig wahrgenommen. Knackige Aussagen gibt es nicht immer. Und dann gibt es Tage wie am Freitagabend in San Francisco. Murat Yakin und Granit Xhaka sorgten für Spässe, Sprüche und gute Stimmung.
So antwortete der Captain auf die Frage eines Journalisten, wie sein Ausbruch nach dem Australien-Spiel im Team aufgenommen worden sei, mit einem Lachen und der Replik: «Ich war gar nicht sauer. Sie müssten mich mal sehen, wenn ich richtig sauer bin.»
Auch Yakin sorgt für Lacher
Yakin musste sich indes gedulden, die ersten 6 Fragen wurden alle an Xhaka gerichtet. Als der Trainer endlich an der Reihe war, folgte vor der Antwort ein lockerer Spruch: «Endlich bin ich dran, da bin ich froh drüber.» Später wollte er nach einem Missverständnis mit der Übersetzung lieber die Stimme im Ohr hören als jene von Medienchef Adrian Arnold.
Und seine Antwort auf eine Frage nach möglicher Unruhe im Team nach dem verspäteten Einreisen von Breel Embolo, Xhakas Kritik und dem mauen Spiel gegen Australien lautete: «Sie haben noch den Schlangenalarm und das Feuer vergessen! Wir sind im Showbusiness tätig und geben auch in dieser Hinsicht das Beste, sonst haben Sie ja gar nichts zu tun.»
Auch sonst gab das Duo Interessantes von sich:
Xhaka über ...
- ... das Wetter (am Samstag werden in Santa Clara mehr als 30 Grad erwartet): «Es ist wärmer als in San Diego, das stimmt. Aber das darf keine Ausrede sein. Es gibt Trinkpausen und wir haben Kältewesten. Alles rundherum können wir nicht beeinflussen, was wir beeinflussen können, ist unsere Leistung auf dem Platz.»
- ... die Stimmung im Team vor dem WM-Auftakt: «Wir haben Hunger wie nie zuvor und freuen uns, dass es endlich losgeht. Nach 3 Wochen Vorbereitung sind wir langsam ungeduldig. Wir wollen als Team ein gutes Gesicht zeigen und den ersten Schritt zur besten WM aller Zeiten für die Schweiz machen.»
Yakin über ...
- ... seinen Matchplan gegen Katar: «Wir wissen um unsere Qualität, haben den Gegner gut analysiert. Wir wollen dominant sein und gutes Offensivspiel zeigen. Wir sind bereit, die ganze Mannschaft brennt.»
- ... die 3er- oder 4er-Kette in der Abwehr: «Ich habe eine Mannschaft, die verschiedene Systeme spielen kann. Die Spieler wissen Bescheid, wie wir spielen wollen, das ist das Wichtigste. Wir verfügen in der Innenverteidigung und im Mittelfeld über erfahrene Spieler, die wissen, wie wir im Aufbau agieren müssen. Wichtiger als das System sind die Intensität und dass wir den Ball laufen lassen.»
Ein ganz besonderes Lob hatte die Nati drei Stunden zuvor vom gegnerischen Trainer Julen Lopetegui erhalten. Auf die Frage, wie Katar spielen müsse, um punkten zu können, antwortete der Spanier mit einem Lachen: «Sie haben ein grossartiges Team, gehören zu den stärksten Teams Europas, wir müssen aufmerksam sein. Vielleicht sollten wir mit 12 Leuten spielen!», um dann ernsthaft anzufügen: «Ich verrate meinen Plan nicht, aber wir haben die eine oder andere Idee und wollen die auch umsetzen.»