Sportlich liess sich der Rauswurf von Julen Lopetegui unmittelbar vor der WM 2018 in Russland nicht erklären. Der ehemalige Nationalspieler Spaniens führte sein Land souverän an die Weltmeisterschaft, blieb in sämtlichen Pflichtspielen (20) als Coach ungeschlagen und sollte die Iberer zurück auf den Thron führen.
Doch geheime Verhandlungen mit Real Madrid brachten Lopetegui aufs Abstellgleis. Der Klub hatte eine Ausstiegsklausel in Lopeteguis Vertrag genutzt und den spanischen Verband offenbar erst kurz vor der offiziellen Medienmitteilung darüber informiert. Der vor den Kopf gestossene Verband reagierte und ersetzte Lopetegui zwei Tage vor dem ersten WM-Spiel durch Sportdirektor Fernando Hierro.
Kein Glück in Madrid
Dass die Spanier danach ein enttäuschendes Turnier erlebten und im Achtelfinal sensationell am Gastgeber Russland scheiterten, war für Lopetegui kaum ein Trost. Denn auch seine Zeit bei Real Madrid endete früh und abrupt. Nach nur 14 Partien und einer 1:5-Niederlage im Clasico gegen Barcelona wurde er auch bei den «Königlichen» freigestellt.
Acht Jahre später kommt Lopetegui doch noch zu seinem WM-Debüt als Trainer. Nach Stationen bei Sevilla, Wolverhampton und West Ham United landete der 59-Jährige vor einem Jahr in Katar. Unter dem Spanier kratzte der WM-Gastgeber von 2022 in den Playoffs gerade noch die Kurve.
Punkteloser Gastgeber
In der Dreiergruppe mit den Vereinigten Arabischen Emirate und Oman spielten die Teams je einmal gegeneinander, wobei die Partien alle in Katar stattfanden. Das Heimteam nutzte den vom asiatischen Verband nie gänzlich erklärten Vorteil und feierte die erstmalige Qualifikation für die WM.
Nach dem missglückten WM-Debüt im eigenen Land ist Katar auf Wiedergutmachung aus. Das Emirat sorgte vor vier Jahren für eine unrühmliche Premiere: Bei der 22. Austragung der Weltmeisterschaft blieb ein Gastgeber erstmals ohne Punkte.
Das Team, in dem praktisch alle Spieler in der heimischen Liga engagiert sind, deutet sein Potenzial zwar hin und wieder an, lässt aber die nötige Konstanz vermissen. Immerhin: Nach den missglückten Erfahrungen kann es für Katar und Trainer Lopetegui eigentlich nur besser werden.