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Nagelsmann will weitermachen Auf die Blamage folgt in Deutschland die Trainerdiskussion

Julian Nagelsmann hat beim DFB einen Vertrag bis 2028. Ob er diesen erfüllen darf, steht nach dem überraschenden WM-Aus zur Diskussion.

Mann in dunkler Jacke vor verschwommener Menschenmenge in einem Stadion.
Legende: Steht vor einer ungewissen Zukunft als Nationaltrainer Julian Nagelsmann. Imago/Kirchner-Media

Julian Nagelsmann sass fassungslos auf seiner Trainerbank und drehte mit leerem Blick an seinem Ehering. Seine Verbindung zum DFB ist nach dem sensationellen WM-Aus gegen Paraguay nur noch mit viel Fantasie zu retten.

«Wenn du in einem Turnier ausscheidest, das sind ja immer einschneidende Erlebnisse. Es tut den Fans genauso weh wie uns, das macht kein Trainer mit Absicht», sagte Nagelsmann nach dem Spiel. Seine Zukunft habe er nicht in der eigenen Hand, ergänzte er und betonte: «Ich stehe bereit, wenn der DFB das möchte. Wenn nicht, muss man mir das sagen.»

Ich verstehe, dass mein Name genannt wird, aber das ist nicht der Moment, darüber zu sprechen – und vor allem nicht mit mir.
Autor: Jürgen Klopp

«Das schreit nach Konsequenzen»

Diese Frage wird sich der Verband nun stellen müssen. Für TV-Experte Mats Hummels, der 2014 mit Deutschland Weltmeister wurde, ist klar, dass eine solche Blamage Folgen haben muss: «Auf verantwortlicher Seite schreit das nach Konsequenzen.» Fussball sei «zu sehr Leistungssport, als dass nun nicht alles diskutiert werde».

Christoph Kramer sah dies ähnlich: «Am Ende ist der Trainer immer der, der es lenkt. Er muss sich hinterfragen.»

Sportdirektor Rudi Völler stärkte seinem Trainer derweil den Rücken: «Ich bin immer noch davon überzeugt, dass Julian Nagelsmann wahrscheinlich der Richtige ist, um weiterzumachen.» Der 38-Jährige hat noch einen Vertrag bis nach der EM 2028.

Klopp: «Das ist nicht der Moment»

Jürgen Klopp reagierte bei MagentaTV entsetzt auf das Ausscheiden: «Es gibt 500'000 Wege, ein Fussballspiel zu gewinnen. Du musst nur einen finden.» Die DFB-Elf habe «zu wenig kreiert», kritisierte Klopp: «Du musst über die Flügel kommen. Es gibt keine Alternative. Wir wissen alle, wie gut die Jungs spielen können, aber das haben sie nicht auf den Platz bekommen.»

Klopp betonte, dass beim Verband frischer Wind nötig sei: «Wir können über den DFB reden. Wir müssen hundertprozentig ein paar Dinge verändern. Da können wir bei der U10 anfangen.» Ins Spiel um den Trainerposten wollte sich der 59-Jährige nicht bringen: «Ich verstehe, dass mein Name genannt wird, aber das ist nicht der Moment, darüber zu sprechen – und vor allem nicht mit mir.»

So oder so: Dem DFB stehen nach dem blamablen Aus turbulente Zeiten bevor.

SRF zwei, sportlive, 29.6.2026, 21:50 Uhr ; 

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