Die Namen gleichen sich, aber damit hören die Parallelen nicht auf: Was bei der Schweiz Johan Manzambi ist, ist bei Algerien Ibrahim Maza. Beide sind 20-jährig, beide spielen in der Bundesliga, beide sind WM-Hoffnungsträger ihrer jeweiligen Nationen in der Offensive.
Und beide werden auf dem Transfermarkt hoch gehandelt. Bei Maza sollen die Interessenten aus der Premier League Schlange stehen, auch Barcelona und Atletico Madrid werden in Medienberichten als mögliche zukünftige Arbeitgeber des kreativen Mittelfeldspielers herumgereicht. Bis 2030 steht Maza bei Leverkusen unter Vertrag, wo Sportdirektor Simon Rolfes kürzlich klarstellte: «Ibo ist für uns ein wichtiger Spieler in der nächsten Saison. Und es ist überhaupt kein Thema, ihn abzugeben.»
Die Aussage illustriert den steilen Aufstieg, den Maza hinter sich hat. Erst vor einem Jahr stiess er von seinem Stammklub Hertha Berlin zur «Werkself». Dort mauserte er sich in kürzester Zeit zum Stammspieler und Leistungsträger. Auch in der Champions League durfte er sich beweisen.
«Multikulti-Junge» brannte auf Einsätze
Das Trikot der algerischen Nationalmannschaft trägt Maza erst seit 2024. Mit 18 Jahren debütierte er unter Vladimir Petkovic in einem Testspiel gegen Togo. Zuvor hatte der gebürtige Berliner die Nachwuchs-Auswahlen Deutschlands durchlaufen.
Maza ist Sohn eines Algeriers und einer Vietnamesin. Die Sommer verbrachte er oft in der Heimat des Vaters. Als «Multikulti-Junge», wie er sich selbst bezeichnet, hatte er bezüglich Länderspiel-Karriere die Qual der Wahl. «Ich habe mich zum Schluss aus verschiedenen Gründen für Algerien entschieden – die sind privat», sagt er dazu. Klar ist: Im deutschen Team wäre die Konkurrenz auf seiner Position mit Florian Wirtz oder Jamal Musiala gross gewesen. «Ich wollte so früh wie möglich für eine A-Nationalmannschaft auflaufen können», so Maza.
Einsätze erhält er in Algeriens Auswahl genügend. Mittlerweile steht er bereits bei 20 Länderspielen. Am Afrika Cup glänzte er zum Jahreswechsel unter anderem mit zwei Treffern, ehe der Viertelfinal gegen Nigeria Endstation bedeutete.
Arbeit ist kein Fremdwort
Im Gegensatz zum grossen Aushängeschild und Captain Riyad Mahrez, der zum WM-Auftakt gegen Argentinien (0:3) zu Beginn auf der Bank sass, fand Petkovic für Maza immer einen Platz in der Startelf. Beim wichtigen 2:1 gegen Jordanien im zweiten Gruppenspiel wurde er zum «Man of the Match» gewählt.
Neben den spielerischen Qualitäten schätzt Petkovic an Maza auch dessen Arbeitsmoral. «Ein Künstler, der nicht arbeitet, ist auf dem Feld nicht so viel wert», ist sich der Spieler bewusst. Diese Einstellung habe er von früher Kindheit an auf den Bolzplätzen in Berlin verinnerlicht.