Beim 1:1 gegen Katar zum Auftakt der Fussball-WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko passte bei der Schweizer Nati vieles nicht ganz zusammen. Will das Team von Murat Yakin in der Gruppe B seinem Status als Favorit weiter gerecht werden, ist ein Sieg im Duell mit Bosnien-Herzegowina am Donnerstag schon fast Pflicht.
Nati-Experte Beni Huggel beantwortet vor dem richtungsweisenden Spiel vier brennende Fragen. Der SRF-Experte über ...
- ... das Trainieren von Effizienz und Cleverness: «Effizienz zu trainieren ist im Fussball etwas vom Schwierigsten. Man kann dies zum Beispiel tun, indem man anschaut, wie man systematisch zu Chancen kommt und gezielte Abschlusstrainings macht. Was die Cleverness anbelangt, schaut man sich viele Videos aus dem ersten Spiel an und versucht dann die richtigen Schlüsse zu ziehen. Das sind kleine Situationen, die man besser ausspielen muss. Zum Beispiel, dass man den Ball vor dem Gegentor hätte annehmen sollen und nicht direkt per Kopfball klärt.»
- ... seine Aufstellung gegen Bosnien-Herzegowina: «Ich glaube, es wäre gut, wenn Murat Yakin im zweiten Spiel wieder auf Bewährtes setzen würde. Gegen Katar haben wir eine Aufstellung gesehen, die es vorher so noch nicht oft gegeben hatte; mit Denis Zakaria auf einer Position, die er noch nicht oft gespielt hat. Ich würde auf eine Viererkette mit Silvan Widmer, Manuel Akanji, Nico Elvedi und Ricardo Rodriguez setzen und davor das gewohnte zentrale Mittelfeld. Eventuell kommt davor auch Fabian Rieder wieder in die Mannschaft, der Michel Aebischer ersetzen würde.»
- ... den Druck und die Auswirkungen auf die Nati: «Für viele Spitzensportler ist Druck nichts Negatives, sondern etwas Positives. Dann, wenn es eng wird, wenn es um etwas geht, kann man zum Helden werden. Diese Möglichkeit gibt es nur, wenn ein wenig Druck da ist. Die Mannschaft hat in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, dass sie damit umgehen und liefern kann, wenn es eng wird. Deshalb glaub ich, dass der Druck die Nati eher beflügelt als hemmt.»
- ... die wahre Stärke der Schweizer: «Vorbereitungsspiele und die WM-Partie sind zwei unterschiedliche Paar Schuhe. Auch wenn man das Katar-Spiel nicht gewonnen hat, bleibt es das selbsterklärte Ziel der Nati, die beste WM der Geschichte zu spielen. Das revidiert man auch nicht, weil das Startspiel nicht so gut war. Ob das Ziel am Ende erreicht wird, kann man erst im Nachhinein bewerten. Jetzt muss die Nati aber etwas ändern und sich selber am Schopf aus dem Dreck ziehen. Gegen Bosnien braucht es eine klare Leistungssteigerung, dann ist das selbstgesteckte Ziel noch immer möglich.»