Wenn Fabian Rieder von Anfang an spielt, gewinnt die Nati. Diese Statistik stimmt, wenn man sich die Spiele in der WM-Qualifikation anschaut. In vier der sechs Partien durfte der 24-Jährige von Beginn an auflaufen, stets siegte die Schweiz. Wurde er indes eingewechselt, musste sich die Nati mit einem Remis begnügen.
Nach einem Schlag auf den Fuss verpasste Rieder in der unmittelbaren WM-Vorbereitung das Spiel gegen Jordanien und einige wichtige Trainingseinheiten. Und hatte in der Folge zum WM-Auftakt in Santa Clara gegen Katar das Nachsehen. Das Resultat nach seiner Einwechslung in der 66. Minute? Unentschieden, natürlich!
Lob für den Mitspieler
Der Augsburg-Spieler sieht die «Degradierung» pragmatisch: «Im Teamsport geht es darum, zu verstehen, dass solche Entscheidungen nicht gegen jemanden, sondern für jemand anderen getroffen werden. In diesem Fall hat es Michel Aebischer überragend gemacht. Ich konnte das akzeptieren und habe alle unterstützt.»
Dass auch er selbst nach seiner Einwechslung nicht mithelfen konnte, den Sieg über die Runden zu bringen, nervt Rieder selbstredend. «Wir alle waren nicht zufrieden mit dem 1:1, wir hatten uns 3 Punkte vorgenommen.» Die Punkte, die im Hinblick auf den Bosnien-Match am Donnerstag verbessert werden müssen – Effizienz und defensive Stabilität –, wurden in den vergangenen Tagen angesprochen.
Gleichzeitig verweist Rieder auch darauf, dass nicht alles schlecht gewesen sei. So habe man sich vor allem vor der Pause viele Chancen herausgespielt. An einem anderen Tag erziele man mehr Treffer als nur dieses eine durch Breel Embolo.
Schon 2022 dabei
Rieder sprüht an der Medienkonferenz am Dienstag vor Tatendrang, spricht schnell und voller Enthusiasmus über die anstehende Aufgabe gegen Bosnien-Herzegowina. Es ist deshalb nicht ausgeschlossen, dass er schon weiss, dass er zurück in die Stammformation rücken wird.
Den Druck, den das Team vor dem 2. Spiel verspüre, sieht der Offensivmann nicht kritisch: «Wir haben Drucksituationen sehr gern, für ein solches Spiel trainiert man jeden Tag. Es wird eine Partie, die wir unbedingt gewinnen wollen. Jeder ist sehr motiviert, wir haben etwas gutzumachen.»
Es wäre für den 24-Jährigen übrigens nicht das erste WM-Spiel, in dem er von Anfang an auf dem Feld stehen würde. Schon in Katar war Rieder 2022 als Jungspund dabei. Nachdem er gegen Kamerun seine Feuertaufe im roten Nati-Shirt gefeiert hatte, durfte er gegen Brasilien vier Tage später gar beginnen. Seine Statistik aus der Qualifikation würde auf jeden Fall für eine Beförderung sprechen.