Knapp 4 Stunden von Anpfiff bis Abpfiff: Die Regenschlacht von Philadelphia zwischen Frankreich und dem Irak (3:0) hat die Spieler mental an ihre Grenzen gebracht. «Ein heftiges Gewitter naht. Suchen Sie bitte Schutz», teilten die Veranstalter über die Lautsprecher mit.
Es ist eine Frage der Sicherheit. Man kann gegen Regen und Gewitter nichts machen. Das nervt mich nicht.
Bei Unwettern in den USA orientieren sich Veranstalter an den Empfehlungen der Nationalen Wetter- und Ozeanografiebehörde. Diese rät, Aktivitäten im Freien für mindestens 30 Minuten zu unterbrechen, wenn innerhalb eines Radius von etwa 13 Kilometern ein Blitz registriert wird. Jeder weitere Blitzschlag setzt diese 30-Minuten-Frist erneut in Gang.
«Ich hatte tatsächlich eine gute Zeit mit den Spielern», berichtete Frankreich-Coach Didier Deschamps. «Wir haben Karten gespielt. Wir haben gescherzt. Es ist eine Frage der Sicherheit. Man kann gegen Regen und Gewitter nichts machen. Das nervt mich nicht. Das sind besondere Umstände. Ich hoffe, das passiert nicht nochmal.»
Mental war es sehr anstrengend, da wir konzentriert und fokussiert bleiben mussten. Zwei Stunden in der Kabine zu verbringen, erfordert viel Kraft.
Für die Akteure war die Situation aber auch herausfordernd. «Es kam mir endlos vor, aber wir blieben professionell. Wir sagten uns, dass wir mit der gleichen Einstellung zurückkommen müssen. Wir machten Mobilitätsübungen, wir unterhielten uns. Es war lang, das gebe ich zu», sagte Mittelfeldspieler Manu Koné.
Auch Doppeltorschütze Kylian Mbappé betonte die Herausforderung für die Psyche. «Mental war es sehr anstrengend, da wir konzentriert und fokussiert bleiben mussten. Zwei Stunden in der Kabine zu verbringen, erfordert viel Kraft», so der Stürmer von Real Madrid.
Es ist das erste Mal, dass mir so etwas im Fussball widerfahren ist. Zwei Stunden Unterbrechung machen es für die Spieler noch schwerer.
Irak-Trainer Graham Arnold vertrieb sich die Zeit mit einer etwas längeren Videoanalyse. Vergeblich, denn nach der Pause dominierten die Franzosen den krassen Aussenseiter fast durchweg. «Die Spieler mussten entspannt bleiben und sich dann vorbereiten, als es weiterging. Das war eine einzigartige Erfahrung. Es ist das erste Mal, dass mir so etwas im Fussball widerfahren ist. Zwei Stunden Unterbrechung machen es für die Spieler noch schwerer», sagte der Australier.