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Szenarien vor 3. Gruppenspiel Schwebt der Geist der «Schande von Gijon» über der WM?

Auf ein Unentschieden einigen? Das könnten in den nächsten Tagen einige Teams machen – und jeweils belohnt werden.

Fussballtraining auf einem Feld mit mehreren Spielern und einem grossen weissen Zelt im Hintergrund.
Legende: Welcher Weg wird es? Schlägt die Nati Kanada, folgen 8 Tage Spielpause. Gewinnt sie nicht, winkt zumindest im Sechzehntelfinal ein machbares Los. Keystone/Peter Klaunzer

Sie gehört zu den grössten Skandalen im Weltfussball – die «Schande von Gijon». An der WM 1982 einigten sich Deutschland und Österreich auf dem Feld auf einen 1:0-Sieg der DFB-Elf. Mit diesem Resultat kamen beide weiter, Algerien und Chile, die vorher gespielt hatten, blieben auf der Strecke. 44 Jahre später erwarten die Fans in der letzten Runde der Gruppenphase wiederum bizarre Szenarien. Es gibt mehrere Konstellationen, in denen beide Teams schon vor dem Spiel wissen: Ein Unentschieden reicht eigentlich.

Angesichts des Quervergleichs von 12 Vierergruppen im Kampf um die 8 besten Dritten dürften dabei die Skurrilitäten täglich zunehmen. Die hinteren Gruppen, die erst am Freitag und Samstag im Einsatz sind, wissen dann nämlich ziemlich genau, wie viele Punkte und welches Torverhältnis es braucht, um einen der begehrten 8 Plätze zu belegen.

  • Sowohl Kanada als auch die Schweiz haben in Gruppe B 4 Punkte und liegen vor Bosnien-Herzegowina und Katar (jeweils 1). Ein Remis im direkten Duell führt dazu, dass beide sicher die K.o.-Runde erreichen. Kanada wäre Gruppensieger und würde im heimischen Vancouver bleiben. Die Schweiz wäre 2. und bekäme in Südkorea, Südafrika oder Tschechien einen machbaren Gegner.

Die Geschichte von Welt- und Europameisterschaften lehrt, dass Spiele, bei denen beide Teams von einem Remis profitieren, oft mit einem Remis enden. Vor 2 Jahren trennten sich Rumänien und die Slowakei bei der EM 1:1 – schon vorher war klar, dass jenes Unentschieden beiden zum Achtelfinal-Einzug genügen würde.

Bei der EM 2004 hatten Dänemark und Schweden am letzten Spieltag die Chance, Italien mit einem 2:2 im Direktduell auszuschalten. Die Partie endete exakt mit diesem Ergebnis. «Ein Wettskandal», tobte Italiens Torhüter Gianluigi Buffon über den möglichen Pakt der Skandinavier, der natürlich vehement bestritten wurde. Welche Fälle drohen an dieser WM?

Kap Verde mit 3. Remis zur Sensation?

  • Die USA sind sicher 1. der Gruppe D, die Türkei out. Für Australien und Paraguay geht es im direkten Duell am Freitagmorgen noch um die Plätze 2 und 3. Im direkten Aufeinandertreffen würde den «Socceroos» ein Remis genügen. Auch Paraguay könnte daran Interesse haben: Mit einem Unentschieden und einem 4. Punkt dürfte ihnen ein Sechzehntelfinal-Ticket nicht zu nehmen sein.
  • In Gruppe F hat Japan 4 Punkte auf dem Konto, Schweden 3. Im direkten Duell sind beide am Freitag gefordert. Auch hier könnten beide ein Interesse an einer Punkteteilung haben: Japan sichert mindestens Platz 2 ab und Schweden holt den 4. Punkt, der mit überwältigender Wahrscheinlichkeit genügen wird.
  • In einer besonderen Situation befinden sich Belgien und Kap Verde, die aktuell bei 2 Punkten und ausgeglichenem Torverhältnis stehen. Dem WM-Debütanten könnte am Samstag in Gruppe H ein Remis gegen Saudi-Arabien reichen. Selbiges gilt für die Belgier, die später in Gruppe G auf Neuseeland treffen. Hier wird es keine Einigung geben. Sowohl Saudi-Arabien als auch Neuseeland (je 1 Punkt) benötigen unbedingt den Sieg.
  • Die komfortabelste Ausgangslage haben zwei Teams der Gruppe J, denn sie sind am Sonntag als letzte der Vorrunde dran. Österreich und ausgerechnet Algerien (beide 3 Punkte) werden beim Duell in Kansas City genau wissen, was fürs Weiterkommen reicht und welcher Gegner mit Platz 2 (wohl Spanien) oder 3 wartet. Wenn da mal nicht der Geist der «Schande von Gijon» heraufbeschworen wird …

FIFA WM 2026

SRF zwei, FIFA WM 2026 kompakt, 23.6.26, 7:05 Uhr ; 

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