Die RBFA prüfe «derzeit alle möglichen Optionen», hiess es in einer Stellungnahme bei Instagram. Die Belgier verweisen vor allem auf Artikel 66.4 des Fifa-Disziplinarkatalogs, der eine Kehrtwende wie im Fall Balogun eigentlich verhindert. US-Mittelstürmer Balogun hatte im Sechzehntelfinal gegen Bosnien (2:0) glatt Rot gesehen. Danach soll laut The New York Times US-Präsident Donald Trump Fifa-Präsident Gianni Infantino persönlich gebeten haben, die Sperre zu überprüfen.
Laut übereinstimmenden Medienberichten besprach Trump die Angelegenheit mit Infantino telefonisch. Die Fifa erklärte am Sonntag, die ursprüngliche Sperre von einem Spiel zur Bewährung ausgesetzt zu haben und berief sich dabei auf Artikel 27.
Coach Garcia empört
Die RBFA reagierte «erstaunt» auf die Entscheidung und stützte sich auf den Artikel 66.4, der besagt, dass eine rote Karte automatisch zu einer Sperre für das nächste Spiel führt. Der belgische Verband verwies zudem auf ein vor dem Start der WM verschicktes Rundschreiben, in der auf diese Regel hingewiesen worden sei.
«Ich wusste nicht, dass der 5. Juli der 1. April ist», sagte Belgiens Nationalcoach Rudi Garcia, betonte aber: «Als Trainer werde ich mich auf mein Team fokussieren.» Dass Balogun nun doch spielen dürfe, verändere für ihn «nichts». Fragen zum brisanten Bericht über Trump wurden vom Pressesprecher abgeräumt. Goalie Thibaut Courtois verwies darauf, dass die Spieler sich allein auf das Spiel konzentrieren würden. Balogun war gegen Bosnien-Herzegowina vom Platz gestellt worden, nachdem er Tarik Muharemovic unbeabsichtigt und unglücklich auf das Sprunggelenk gestiegen war.