- Die Türkei unterliegt Paraguay an der WM in San Francisco trotz 45-minütiger Überzahl mit 0:1.
- Die Türken beenden die Vorrunde in der Gruppe D damit sicher auf Rang 4 und sind ausgeschieden.
- Im anderen Spiel der Gruppe D gewinnen die USA gegen Australien mit 2:0.
Ob Miguel Almiron die neue Regel nicht kannte oder in der Nachspielzeit der 1. Hälfte einfach nicht daran dachte, ist nicht bekannt. Doch der Paraguayer sicherte sich in der Partie gegen die Türkei einen unrühmlichen Eintrag in die Geschichtsbücher. Seit dieser WM ist es verboten, mit der Hand vor dem Mund etwas zu einem Gegenspieler zu sagen. Doch Almiron tat genau das. Nach VAR-Überprüfung gab es Rot – der erste Platzverweis wegen der neuen Regel.
Schon bei 11-gegen-11 war die Türkei das aktivere, spielstärkere, bessere Team auf dem Platz gewesen. In der gesamten zweiten Halbzeit durften die Türken nun mit einem Mann mehr agieren. Die Aufgabe: Den 0:1-Rückstand, den sich das Team von Vincenzo Montella bereits nach 63 Sekunden durch einen Fernschuss von Matias Galarza eingehandelt hatte, in einen Sieg zu drehen.
Türkei findet keine Lücke
Doch die Paraguayer verteidigten zu zehnt noch solidarischer, als sie dies bei numerischer Gleichzahl schon gemacht hatten. Eine türkische Angriffswelle nach der anderen rollte zwar auf das Tor der Südamerikaner zu. Doch immer wieder eroberte ein Verteidiger den Ball oder brachte noch ein Bein zwischen einen Abschluss. Und wenn das nicht gelang, rettete entweder Orlando Gill im Tor oder wie in der 1. Halbzeit bei Mert Müldürs Kopfball das Aluminium.
Mit Fortdauer der Partie wurde immer klarer, dass es mit einem türkischen Tor einfach nicht klappen wird. Insgesamt agierten die Türken zu ideenlos und unkreativ. Es blieb auch nach 7 Nachspielminuten tatsächlich beim 0:1 aus türkischer Sicht.
Türkei schon ausgeschieden
Als Geheimfavorit war die Türkei vor dem Turnier von einigen Experten gehandelt worden. Davon war auf dem Platz aber wenig zu sehen – die WM endet für die Türken bereits nach der Gruppenphase. Nach dem 0:2 gegen Australien zum Start besiegelt die zweite Niederlage das Out.
Zwar hätte der WM-Halbfinalist von 2002 von den Spielanteilen her auch beide seiner Partien gewinnen können. Doch wer mit einer Offensive um Real Madrids Arda Güler, Juventus Turins Kenan Yildiz und Inter Mailands Hakan Calhanoglu in zwei Partien gegen Australien und das lange in Unterzahl spielende Paraguay kein Tor zustande bringt, muss sich an der eigenen Nase nehmen.
So geht es weiter
Der letzte Spieltag der Gruppe D steigt am Freitag. Um 04:00 Uhr Schweizer Zeit trifft die Türkei auf die USA, Paraguay spielt gegen Australien.