Dass die Nati mit dem Viertelfinal Geschichte geschrieben hat, ist sich Co-Trainer Davide Callà sehr bewusst. Doch wie Captain Granit Xhaka hat der Assistent von Murat Yakin damit nicht genug: «Es hat noch ein paar Seiten, die geschrieben werden können.»
Nach der Rieseneuphorie blickt der 41-Jährige auf das (fast) perfekte Penaltyschiessen gegen Kolumbien zurück. Bekanntlich hat sich die Nati akribisch auf eine solche Situation vorbereitet. «Wir haben eine Präsentation gehalten. Damit wollten wir den Spielern ein Bewusstsein für diese Situation schaffen», erklärt Callà.
Spieler haben Tipps umgesetzt
Dazu gehörte laut Callà auch die Taktik, dass der Schütze jeweils «Begleitschutz» eines anderen Spielers erhalten habe. «Wie man sieht, war das notwendig. Das sind die psychologischen Tricks.» Gemeint hat Callà damit das versuchte Ablenkungsmanöver der Kolumbianer, womit sie die jeweiligen Penaltyschützen der Nati aus dem Konzept bringen wollten. «Die Jungs haben unsere Tipps super umgesetzt.»
Das Spiel gegen Kolumbien hat ohnehin schon genug Kräfte gefordert, zudem sind mit Johan Manzambi, Michel Aebischer und Luca Jaquez drei Akteure im Achtelfinal verletzt ausgefallen. «Unsere medizinische Abteilung ist nun gefordert», schaut Callà auf die bevorstehenden 4 Tage vor dem Kracher gegen Argentinien. «Wir müssen nun wieder Frische zurückerlangen.»
Argentinien? «Nicht nur Messi»
Erst danach gehe es um die Vorbereitung auf das Spiel. «Aber wir müssen ihnen nicht die argentinische Mannschaft vorstellen oder die Spieler im Detail präsentieren. Sie wissen, wer kommt.» Nämlich niemand Geringeres als der achtfache Weltfussballer Lionel Messi. Doch Callà warnt: «Wir reduzieren Argentinien nicht nur auf Messi. Sie haben viel Charakter und Moral gezeigt. Es wird also eine grosse Prüfung für uns.»
Eine Prüfung, welche die Nati um jeden Preis bestehen will. Ob mit einer Note 4 wie nach dem 120-minütigen Knorz gegen Kolumbien – oder aber einem Sieg nach 90 Minuten und der Note 6? Völlig egal. Hauptsache bestanden.