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WM 2026: Rückblick 1/16-Finals Die Gastgeber glänzen, die Nati beweist Reife, andere zaubern

Magier Mbappé, deutsche Mängel, Regenschirm für Tuchel. Die 1. K.o.-Runde ist durch. Wer hat überzeugt, wer enttäuscht?

Bilder von einem Fussballspiel; 2 Spieler im Kampf um den Ball, Personen auf der Trainerbank, Mannschaft vor dem Spiel.
Legende: Gefühlswelten Frankreich zaubert und lässt die «Grande Nation» träumen, England siegt, löst aber keine Begeisterungsstürme aus. Und Deutschland ist wieder einmal am Boden. Imago

Die Enttäuschungen

  • Deutschland: Gross waren die Hoffnungen, nach dem Vorrunden-Aus in Russland und Katar wieder mal um den Titel mitzukämpfen. Das 1:2 zum Gruppenabschluss als Gruppensieger gegen Ecuador wurde als Betriebsunfall abgetan. Doch im Sechzehntelfinal legte Paraguay schonungslos offen, dass es der DFB-Elf an Klasse und Kreativität mangelt. Und: dass auch Deutschland ein WM-Elfmeterschiessen verlieren kann. Bundestrainer Julian Nagelsmann nahm darauf seinen Hut.
  • Niederlande: Mit begeistertem Offensivfussball unterhielt die «Elftal» um Brian Brobbey und Cody Gakpo die Fans – 10 Tore erzielte «Oranje» in der Gruppenphase. Doch im Sechzehntelfinal deckte Marokko gnadenlos auf, was sich schon vorher abgezeichnet hatte: Anfälligkeiten in der Defensive. Letztlich entschied ein verrücktes Penaltyschiessen zu Ungunsten der Niederlande. «Bondscoach» Ronald Koeman ist nicht mehr im Amt.

Die Zauberer

  • Frankreich: Man fragte sich phasenweise: Ist das noch Fussball oder doch schon Magie? Und als Nächstes gleich, wer diese Franzosen aufhalten soll. Kylian Mbappé und Michael Olise ergänzen sich besser als Café und Croissant. Und sollte dort der Zauber ausbleiben, gäbe es noch Namen wie Ousmane Dembélé, Bradley Barcola und so weiter und so fort.
  • Spanien: «Fussball-Professor» Ralf Rangnick hatte in der Theorie einen simplen Plan für Österreich: Ballbesitz, Pressing, Lamine Yamal ausschalten. Die Praxis verwandelte den Plan in einen naiven Tagtraum. Spanien erbrachte nach zuvor bräsigen Auftritten den Beweis seiner Klasse. Nicht zuletzt, weil genannter Yamal endlich wieder fit scheint.

Die Reifen

  • Schweiz: Es passte, dass der Auftritt gegen Algerien mit Granit Xhakas 150. Länderspiel zusammenfiel. Dass die Equipe von Vladimir Petkovic stark loslegte, konnte die stabile Nati nicht aus der Ruhe bringen. Spätestens mit dem Blitztor nach Wiederanpfiff schien die Messe gelesen – und Gregor Kobels weisse Weste wurde endlich Realität.
  • Portugal: Das Scheinwerferlicht lag auf dem Duell zweier lebender Legenden: Cristiano Ronaldo und Kroatiens Luka Modric. Letztlich entschied der Portugiese, der beim 2:1-Sieg auch per Penalty traf, das Tête-à-Tête für sich. Die Chance, die letzte Lücke im Palmarès von CR7 zu schliessen, lebt weiter.
  • Brasilien: So richtig «Joga Bonito» war bei der «Seleçao» noch nicht zu sehen. Dennoch konnte die Elf von Carlo Ancelotti, wenn nötig, stets einen Gang höher schalten. Das reichte dann auch, um gegen die mit Vorschusslorbeeren angereisten Japaner eine Verlängerung zu vermeiden.
  • Belgien: Alle Jahre wieder wird von der letzten Chance der «Goldenen Generation» geschrieben. Doch nun scheinen Kevin De Bruyne, Romelu Lukaku, Thibaut Courtois und Thomas Meunier wirklich im Spätherbst ihrer Karrieren angelangt zu sein. Gegen den Senegal schienen die «Roten Teufel» zerstritten und am Abgrund. Dann gelang die grosse Wende.

Die Individualisten

  • Argentinien: 4. Auftritt, 4. Sieg. Aber das war nun wirklich eine Zitterpartie, das 3:2 n.V. gegen Aussenseiter Kap Verde. Doch der Weltmeister hat ja Lionel Messi. Der 39-Jährige hat mit seinem 7. Tor an dieser WM einen weiteren Schritt Richtung «Goldener Schuh» gemacht und auch das siegbringende 3:2 vorbereitet. Nun kommt es zum Gipfeltreffen gegen Ägyptens Mohamed Salah.
  • England: Thomas Tuchel benötigt dieser Tage einen grossen Regenschirm, wenn er durch englische Boulevarderzeugnisse blättert. The Sun und Co. lassen mit Nachdruck Vorwürfe der Langeweile in den «Three Lions»-Partien auf ihn herabregnen. Resultattechnisch lässt sich flapsig konstatieren: Was soll's, England hat ja Harry Kane. Dieser steht bereits bei fünf Toren und hat kaum vor, damit aufzuhören.
  • Norwegen: Mehr Unterhaltung boten die Norweger. Angefangen beim ikonischen Wikinger-Teamfoto hin zu Ruderszenen im Parlament. Aushängeschild der Skandinavier: natürlich Erling Haaland, ebenfalls bereits fünffacher Torschütze.

Die Gastgeber

  • Kanada, Mexiko, USA: Schlagwort: Heimvorteil. Die Kanadier rangen Südafrika diszipliniert 1:0 nieder. Mexiko liess das Aztekenstadion explodieren, indem es dem defensivstarken Ecuador souverän die Grenzen aufzeigte. Und die «US-Boys»? Die zeigen weiterhin begeisternden Fussball, und liessen sich auch von den Bosniern und einer roten Karte nicht aufhalten. Der «Soccer» lebt – und wie.

FIFA WM 2026

SRF zwei, Sportlive, 03.07.26, 04:30 Uhr ; 

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