Ausgerechnet Vladimir Petkovic stellt sich der Schweiz auf dem Weg in den WM-Achtelfinal entgegen. Der 62-jährige Tessiner hat sich mit Algerien nach einem verrückten 3:3-Unentschieden gegen Österreich im letzten Match der Gruppenphase für die Sechzehntelfinals qualifiziert. Am Freitagmorgen kommt es in Vancouver (05:00 Uhr, SRF zwei) zum Wiedersehen mit der Schweiz.
Premiere für die Schweiz oder Algerien?
Die Schweiz und Algerien, das erstmals seit 2014 wieder an einer WM-Endrunde teilnimmt, haben eines gemeinsam: Sie haben in der modernen Ära des Fussballs an einer WM (seit Einführung der Gruppenphase) noch nie eine K.o.-Runde überstanden. Dies wird sich für eine Nation bald ändern.
Algerien legte an diesem Turnier einen Steigerungslauf hin. Auf das ernüchternde 0:3 im Startspiel gegen Argentinien folgte der 2:1-Sieg gegen Jordanien. Nach einem Rückstand drehten die «Wüstenfüchse» die Partie in der zweiten Halbzeit.
Gegen Österreich reichte der Petkovic-Equipe ein Remis für den Einzug in die K.o.-Phase. Spät stellte Algerien in Person von Riyad Mahrez gar auf 3:2 – was ein Duell mit Spanien im Sechzehntelfinal bedeutet hätte. Dass Österreich noch zum 3:3 ausglich, dürfte dem nächsten Nati-Gegner insofern gar nicht schlecht gepasst haben.
Die Auftritte Algeriens in der Gruppenphase
Es ist bei der 5. WM-Teilnahme erst das zweite Mal, dass sich Algerien für die K.o.-Runde qualifiziert. 2014 scheiterte der Afrikameister von 1990 und 2019 nach ansprechender Leistung am späteren Weltmeister Deutschland (1:2 n.V.). Petkovic könnte mit Algerien also Geschichte schreiben und das Land mit rund 45 Millionen Einwohnern erstmals erfolgreich in die nächste Runde der K.o.-Phase führen.
Yakin freut sich
Nati-Trainer Murat Yakin liess sich am Sonntagmorgen Schweizer Zeit wie folgt zum nächsten Gegner zitieren: «Wir haben das Spiel zwischen Algerien und Österreich als Staff gemeinsam im Hotel verfolgt. Es war eine spannende Partie, in der es in der Schlussphase hin und her ging. Nun bereiten wir uns intensiv auf Algerien vor. Es wird ein Wiedersehen mit Vlado, den ich aus unseren Begegnungen in der Schweiz kenne. Algerien ist ein interessanter Gegner mit vielen individuellen Qualitäten. Wir freuen uns auf die Begegnung.»
Ära Petkovic war eine erfolgreiche
Petkovic gehört mit seinem Punkteschnitt von 1,79 zu den erfolgreichsten Schweizer Nationaltrainern. Er coachte die Schweiz an der EM 2016 (Achtelfinal-Out gegen Polen), an der WM 2018 (Achtelfinal-Out gegen Schweden) und verabschiedete sich nach der EM 2021 aus der Schweiz. Der Sieg im Achtelfinal gegen Frankreich ging als einer der Höhepunkte in die Geschichte der Schweizer Nati ein. Dennoch stand Petkovic in der Deutschschweiz nicht in der Gunst der Medien.
Petkovic, der seit Februar 2024 bei den Nordafrikanern im Amt ist, wurde bereits vor Turnierbeginn mit einer Vertragsverlängerung bis 2028 belohnt. Mit einem Sieg gegen die Schweiz bekäme er auch hierzulande wohl etwas mehr Anerkennung.
... und dann Kolumbien oder Ghana
Der Gewinner des Duells trifft im Achtelfinal erneut in Vancouver auf Kolumbien oder Ghana (7.7., 22:00 Uhr MESZ). Die «Cafeteros» hielten Portugal beim Gipfeltreffen der Gruppe K in Schach und sicherten sich Platz 1 dank eines 0:0. Ghana unterlag zwar Kroatien in der Gruppe L mit 1:2, schaffte es als einer der besten Gruppendritten aber dennoch in die K.o.-Phase.