Als Vozinha nach dem Spiel seines Lebens wieder auf sein Handy schaute, dürfte der Torhüter von Kap Verde seinen Augen kaum getraut haben. Während der Schlussmann bei der WM-Premiere der Insulaner den Europameister Spanien beim 0:0 verzweifeln liess, schossen seine Follower-Zahlen bei Instagram von anfänglich 46'000 in die Höhe.
Follower-Explosion nach Abpfiff
Zwei Stunden nach Abpfiff erreichte Vozinha die Marke von 2 Millionen Menschen, die ihm im Sozialen Netzwerk folgen. Tendenz weiter steigend. Der brasilianische Sender Caze TV hatte seine Zuschauer während der Halbzeitpause aufgefordert, dem Keeper zu folgen. Das eigentliche Ziel, die 100'000 Follower, war schon nach einer Minute erreicht. Während des zweiten Durchgangs stiegen die Zahlen weiter an.
Nach dem Abpfiff, der die Sensation perfekt machte und dem WM-Debütanten gleich den ersten Punkt einbrachte, ging es munter weiter. Vozinha, dessen Vertrag bei GD Chaves aus der zweiten portugiesischen Liga Ende des Monats ausläuft, hat nun schon viermal so viele Follower wie sein Land Einwohner.
Eigentlich wollte Vozinha zurücktreten
Die Geschichte von Vozinha liest sich wie ein Märchen. In der WM-Qualifikation verpasste er als einziger Spieler bei Kap Verde keine Minute – dabei wollte er zuvor noch zurücktreten, war einfach müde. Die Mitspieler überredeten ihn zum Bleiben, Vozinha blieb und hat mit seinem Team Geschichte geschrieben.
Seit seinem Debüt 2012 war er bis auf wenige Ausnahmen stets Stammkeeper. In 36 seiner 89 Länderspiele hielt Vozinha die Null, so auch 2015 beim sensationellen 2:0-Sieg gegen Portugal und in 7 der 10 Qualifikationsspiele für die WM 2026.
Der heilige Vozinha, Beschützer der Torpfosten und Träume
Ungeliebter Spitzname bedeutet Grossmütterchen
Er war bei allen 4 Afrika-Cup-Teilnahmen dabei, im europäischen Fussball hinterliess er aber kaum Spuren. Seinen grössten Erfolg feierte er auf Zypern, wurde 2019 mit Apollon Limassol Pokalsieger. Zimbru Chisinau, AS Trencin, Gil Vicente und zuletzt GD Chaves waren die weiteren Stationen.
Josimar Dias, wie der kapverdische Held mit bürgerlichem Namen heisst, wuchs bei seinen Grosseltern auf. Er wurde von anderen Kindern geneckt, wenn er sich nach Fouls bei seiner Oma beschwerte. So bekam er den Spitznamen Vozinha, was eine Koseform für Grossmutter ist.
Bei seinem ersten Auslandsabenteuer in Angola wollte er den ungeliebten Spitznamen loswerden und lieber als Josimar auflaufen – es gab aber schon einen Keeper namens Josimar, so stand weiter Vozinha auf seinem Trikot und das ist bis heute so geblieben.