In der NFL ist «Monday Night Football» eine feste Institution: Eine ausgewählte Spitzenpartie wird landesweit übertragen. Manchmal aus dem Lumen Field in Seattle, wo die Seahawks zuhause sind. In genau diesem Stadion, das während der WM «Seattle-Stadion» heisst, treffen am frühen Montagabend Ortszeit (Dienstag, 02:00 Uhr MESZ) die Fussball-Nationalteams der USA und Belgiens im WM-Achtelfinal aufeinander.
In der NFL gilt das Stadion als eines der lautesten. Die Fan-Unterstützung soll nun auch dem Team von Trainer Mauricio Pochettino helfen, die favorisierten Belgier zu bezwingen. «Wir spielen wirklich gut, sind alle extrem motiviert und das ganze Land glaubt, alle glauben an den Moment. Der Support ist enorm», sagt US-Verteidiger Sergino Dest.
Erfolg bringt Erwartungsdruck
Die Partie gegen Belgien sei womöglich die bisher grösste in der Geschichte des US-Fussballs, bestätigt Dest, nur um anzufügen: «vorerst». Ausgedeutscht: Ein Viertelfinal wäre noch grösser. Diesen streben die Amerikaner selbstredend an. Die Erwartungen der Fans sind nach Rang 1 in der Vorrundengruppe D und dem überzeugenden 2:0 im Sechzehntelfinal gegen Bosnien-Herzegowina gestiegen.
Neben Football spielte in der Vorbereitung ein weiterer traditioneller US-Sport eine Rolle: Spieler und Staff besuchten ein Spiel des Baseball-Teams Seattle Mariners, deren Ballpark direkt ans Seattle-Stadion grenzt. Pochettino warf den rituellen «First Pitch» und dankte anschliessend dem «12. Mann».
Fifa begnadigt Balogun
Pochettino kann gegen Belgien wider Erwarten auf seinen wohl wichtigsten Mann zählen: Die Fifa hat die Sperre gegen Folarin Balogun – auf Druck von Donald Trump? – am Sonntag aufgehoben. Der 25-Jährige sah im Sechzehntelfinal gegen Bosnien-Herzegowina (2:0) die direkte rote Karte. Ein harter Entscheid, denn der Monaco-Stürmer stand Gegenspieler Tarik Muharemovic ohne Absicht auf den Knöchel. Seine Präsenz in der US-Startelf lässt die ganze Nation aufatmen: Balogun ist mit 3 Treffern der bislang beste WM-Torschütze der Amerikaner.
Für die USA wäre ein Sieg über Belgien eine geglückte Revanche für 2014. An der WM in Brasilien schalteten die Belgier die USA im Achtelfinal mit einem 2:1 n.V. aus. Belgiens Torschützen: Kevin De Bruyne und Romelu Lukaku, die ebenso wie der damalige Torhüter Thibaut Courtois heute noch dabei sind.