Mit dem sensationellen Einzug in die K.o.-Phase der WM 2026 haben die Kapverdier offensichtlich auch ihre Bescheidenheit abgelegt. Auf die Frage, wer Weltmeister wird, antwortete der Verteidiger Sidny Lopes Cabral: «Ich hoffe, wir, Kap Verde.» Dabei wartet im Sechzehntelfinal eine echte Mammutaufgabe. Mit Argentinien trifft der WM-Neuling in Miami auf den amtierenden Weltmeister.
Der Matchplan des klaren Aussenseiters ist klar: «Unser Fokus liegt auf uns selbst, auf unserer Art, Fussball zu spielen», zeigte sich Cabral selbstbewusst: «Wir holen das meiste aus unserem Spiel und unserem Plan heraus, wenn wir den jeweiligen Gegner spielen lassen und ihm durch Konter wehtun.» Dies bekamen in der Gruppenphase bereits Spanien (0:0), Uruguay (2:2) und Saudi-Arabien (0:0) zu spüren.
Wir haben gezeigt, wie gross ein Prozent sein kann.
Vor der WM sei Kap Verde als Neuling und Zwergstaat «eine Ein-Prozent-Chance» zugeschrieben worden. «Wir haben nicht in Prozenten gedacht. Als wir das gelesen haben, haben wir gelacht», berichtete Cabral: «Klar, wir sind zum ersten Mal bei einer WM dabei. Aber das heisst auch, dass niemand einschätzen konnte, wozu wir fähig sein würden. Wir haben gezeigt, dass Arbeit auf dem Platz mehr wert ist als Worte. Wir haben gezeigt, wie gross ein Prozent sein kann.»
Kap-Verde-Trikot für Messi
Auf den Inseln vor der Westküste Afrikas ist freilich Lionel Messi in aller Munde. «Wir haben unsere Strategie, nicht nur gegen Messi, sondern gegen die gesamte Mannschaft», betonte indes Kap Verdes Nationaltrainer Pedro Leitao Brito. Cabral wiederum gab in Richtung des achtfachen Weltfussballers zu: «Nach dem Spiel werde ich geniessen können, gegen ihn gespielt zu haben. Ich hoffe, ich bekomme ein paar schöne Fotos mit ihm.»
Kap Verdes Staatspräsident José Maria Neves liess Messi gar ein Trikot Kap Verdes mit dem Namen «Messi» und der Rückennummer 10 zukommen. Es sei «eine grosse Ehre, gegen Messi» anzutreten, so Neves.
Vorwürfe gegen Mendes
Überschattet wird das grösste Spiel in der Geschichte des Inselstaates von Vergewaltigungsvorwürfen gegen Captain Ryan Mendes. Berichten zufolge wirft ihm eine Brasilianerin, die vom neuseeländischen Fussballverband als Übersetzerin engagiert worden war, vor, sie Ende März vergewaltigt zu haben. Fragen dazu an der Pressekonferenz der Kapverdier wurden allesamt zurückgewiesen.