Als wäre die Aufgabe für Schweden nicht herausfordernd genug gewesen. Allein Kylian Mbappé und Michael Olise zu kontrollieren, ist schon enorm anspruchsvoll. Nun hat sich auch noch Ousmane Dembélé mit einer One-Man-Show und drei Toren gegen Norwegen im Turnier angemeldet.
«Ich habe mir mit der Nationalmannschaft schon seit sehr langer Zeit ein Ziel gesetzt: Eine wirklich grossartige Weltmeisterschaft zu spielen. Ich bin heiss darauf, Tore zu schiessen», hatte Dembélé im Interview des Senders RMC Sport vor Turnierbeginn angekündigt. Mit etwas Verzögerung folgten Taten. Für die schwedische Defensive könnten das kaum schlechtere Nachrichten sein.
Dembélé ist angekommen
Schon lange wünschen sich die französischen Fans, dass Dembélé seine überragenden Leistungen aus dem Verein auch im Nationaltrikot zeigt. Für Paris Saint-Germain erzielte der 29-Jährige bislang 61 Tore und hatte massgeblichen Anteil an drei Meisterschaften sowie dem Triumph in der Champions League Ende Mai.
Für die «Équipe Tricolore» blieb seine Ausbeute dagegen lange überschaubar. Elf Treffer seit seinem Debüt 2016 ist nicht die Statistik, die er und die Fans sich erhofft hatten. Viele Experten führen die Flaute auch auf Dembélés Rolle im Nationalteam zurück. Während er bei PSG als Mittelstürmer aufläuft, kommt er für Frankreich häufig auf dem rechten Flügel zum Einsatz.
Jetzt scheint der Knoten geplatzt zu sein: Vier seiner elf Treffer im Nationaltrikot erzielte Dembélé an dieser WM. «Es gibt nicht einen Spieler auf der rechten und einen in der Mitte», stellte Assistenztrainer Guy Stéphan klar. «Es ist eine Spielweise, die nicht unbedingt auf feste Positionen beschränkt ist. Dasselbe gilt für Kylian. Er wird nicht ständig in der Mitte spielen. Es geht darum, Angriffe im Strafraum abzuschliessen. Ich finde, sie sprechen alle die gleiche Fussballsprache.»
Ab auf den Berg
Im Duell mit Schweden – für Frankreich im Normalfall nur eine Zwischenstation zum angepeilten Achtelfinal gegen Paraguay – kann die Elf von Didier Deschamps nicht nur auf einen erstarkten Dembélé setzen. Auch der Trainer ist nach dem Tod seiner Mutter wieder zurück in den USA.
«Der erste Wettbewerb ist vorbei. Aber es gibt einen zweiten. Die von euch, die bereits eine WM gespielt haben, wissen: Jetzt ändert sich alles. Jedes Spiel kann das letzte sein», sagte der 57-Jährige und verglich die Titel-Mission mit einer Bergbesteigung. Je näher man dem Gipfel komme, desto schwieriger würden die Herausforderungen, so Deschamps.