Dass Thomas Tuchel grossen Wert auf eine klassische «Holding Six» legt, ist spätestens seit seiner Zeit beim FC Bayern bekannt. Damals pochte er vergeblich auf die Verpflichtung eines Abräumers im defensiven Mittelfeld. Da ist es umso praktischer, dass Tuchel als englischer Nationaltrainer bei der WM über einen 150 Millionen Euro teuren Prototypen dieses spielstarken Sechsers verfügt – Elliot Anderson.
«Er ist ein Topspieler. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen, er bringt das Gesamtpaket mit», sagt Tuchel über den 23-Jährigen, der im Mittelfeld rackert, Zweikämpfe gewinnt, Bälle verteilt – und so im Schatten der Superstars Harry Kane und Jude Bellingham enormen Einfluss auf das Spiel nimmt. So auch beim Spektakelsieg gegen Co-Gastgeber Mexiko. Als ein «spirit animal», also eine Art Mentalitätsmonster, bezeichnete ihn der Guardian. «Ich freue mich, dass wir ihn auf diesem Niveau bei uns haben», ergänzt Tuchel: «Er ist ein Schlüsselspieler für uns.»
Trifft auf zukünftigen Teamkollegen
Einer, dessen Qualitäten auch im WM-Viertelfinal am Samstag in Miami gegen Erling Haalands Norweger wieder enorm wichtig sein werden. Und einer, für den Manchester City ganz tief in die Tasche greift. Bis zu 150 Millionen Euro überweist das englische Spitzenteam an Nottingham Forest, wo Anderson Teamkollege von Nati-Star Dan Ndoye war. In Manchester spielt Anderson dann übrigens mit Stürmerstar Haaland zusammen.
So weit ist es natürlich noch nicht, zunächst gilt der gesamte Fokus der WM. Tuchel jedenfalls ist sich sicher, dass der Wirbel wegen der hohen Ablöse Anderson nicht verunsichern wird. «Die Leute werden versuchen, ihm dieses Preisschild zur Last zu legen, aber in Wirklichkeit ändert sich nichts», sagt der deutsche Coach: «Er wechselt lediglich den Verein – so laufen die Dinge nun mal.»
Der perfekte Partner an der Seite von Rice
Selbst für englische Verhältnisse sind 150 Millionen Euro enorm viel Geld, Anderson aber zeigt bei der WM, dass er enormen Wert hat. Er bildet mit Declan Rice ein spielstarkes Duo im defensiven Mittelfeld. Wobei Rice, den Tuchel damals gerne zu Bayern geholt hätte, häufiger nach vorne stösst: Der Arsenal-Profi verkörpert eher das, was Tuchel gern als «Box-to-Box-Spieler» bezeichnet – ein Mittelfeldspieler, der defensive Stabilität mit Offensivdrang verbindet. Die Stärken von Rice kommen auch dank Anderson zum Tragen.
Den Sprung zu den «Grossen» hat Anderson mühelos geschafft, längst ist er bei Tuchels Engländern nicht mehr wegzudenken. Sein Debüt für das A-Team gab er im Juni 2025. Mittlerweile hat er 14 Länderspiele absolviert – bei der WM sollen bestenfalls noch 3 dazukommen.