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Zum Sieg gegen Kolumbien Die Schweiz kann's auch «dreckig»

Das Duell mit Kolumbien stellte unter Beweis: Die Nati hat verschiedene Facetten.

Nein, der WM-Achtelfinal zwischen der Schweiz und Kolumbien wird dereinst sicher nicht in einem Best-of aller Endrunden-Partien auftauchen. Wer kein Fan der Schweiz oder der «Cafeteros» war, hätte vor dem heimischen TV vielleicht sogar frühzeitig weggeschaltet. Doch das ist für Murat Yakin und sein Team vollkommen unerheblich. Unter dem Strich zählte am Dienstag in Vancouver nur, dass die Nati erstmals in der Fussball-Neuzeit einen WM-Viertelfinal erreicht hat.

In einem Spiel auf Augenhöhe wurden die Schweizer von den Kolumbianern auf eine harte Probe gestellt und mussten den Sieg nach Penaltyschiessen erdulden. «Es war ein Duell mit viel Härte, es gab viele Zweikämpfe, aber wir haben dagegengehalten. Die meiste Zeit über haben wir das Spiel kontrolliert und wir sind weiter – ob verdient oder nicht, ist nicht entscheidend», brachte es Yakin nach dem Spiel auf den Punkt.

Der Trainer fordert, die Spieler liefern

In den 120 Minuten zuvor im BC Place hatten die Schweizer einmal mehr genau das gezeigt, was ihr Trainer gefordert hatte: Leidenschaft und Mentalität waren Worte, die Yakin in den Tagen zuvor immer wieder in den Mund genommen hatte.

Spielt Manzambi an der WM noch einmal?

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An der Medienkonferenz nach dem Spiel hielt sich Murat Yakin mit Prognosen im Fall von Johan Manzambi zurück. Für den Argentinien-Match werde es in jedem Fall schwierig. «Wir hoffen natürlich weiter und schauen dann, ob es medizinisch vertretbar ist.» Manzambi hatte sich im Abschlusstraining vor dem Kolumbien-Match eine Knieprellung zugezogen und verpasste den WM-Achtelfinal.

Und die Nati lieferte: Ohne den verletzten Johan Manzambi, den entscheidenden Mann der letzten WM-Spiele, und den angeschlagenen Ruben Vargas fehlte in der Offensive zwar das Überraschungsmoment. Nicht auszuschliessen, dass sich die Schweizer in früheren Jahren von diesem Schock nicht erholt hätten. «Wir haben das als Team aufgefangen, jeder hat seine Aufgabe erfüllt und der Matchplan ist aufgegangen. Der Viertelfinal-Einzug zeigt die Reife meines Teams», lobte Yakin.

Die Schweizer rackerten und ackerten. Sie warfen sich in jeden Zweikampf und zogen in einer Partie mit vielen Nickeligkeiten nicht zurück. Und brandete doch einmal Gefahr auf, bügelten die beiden bärenstarken Innenverteidiger Nico Elvedi und Manuel Akanji manches wieder aus.

Das richtige Gespür

Auch Yakin selbst darf gelobt werden: Denn sein Gespür für die richtigen Personalwechsel war einmal mehr verblüffend. Manch einer dürfte sich gefragt haben, weshalb der 51-Jährige mit Djibril Sow, Silvan Widmer und Miro Muheim in der regulären Spielzeit primär die Defensive stärkte.

Auch, dass Cedric Itten vor Zeki Amdouni aufs Feld kam – und Noah Okafor erneut ganz aussen vor blieb –, wäre höchstens im Falle eines Ausscheidens eine Geschichte gewesen. Zwar verschaffte das Duo dem Team in der Verlängerung kaum Luft, am Ende trafen aber sowohl Itten als auch Amdouni im Elfmeterschiessen.

Der Weltmeister wartet

Als Lohn stehen die Schweizer unter den letzten acht Teams der WM-Endrunde 2026 und treffen am kommenden Wochenende auf Argentinien. «Das ist ein historischer Moment, das geniessen wir jetzt», hielt Yakin fest. Man habe den Worten, die «beste WM der Geschichte» absolvieren zu wollen, auch Taten folgen lassen.

«Aber die Reise geht noch weiter. Wir spielen gegen den Weltmeister, es gibt nichts Schöneres», freute sich Yakin. «Das wird ein taktisch interessantes Spiel, die letzten beiden Partien haben gezeigt, dass auch Argentinien verwundbar ist. Mit unserer Qualität ist vieles möglich.»

Für Schweizer Fans liegt der Viertelfinal zeitlich indes ungünstig: Weil am Samstag erst um 20:00 Uhr Lokalzeit in Kansas City angepfiffen wird, heisst es früh aufstehen. In der Schweiz beginnt das Duell mit dem Weltmeister am Sonntag um 3:00 Uhr morgens.

FIFA WM 2026

SRF zwei, Sportlive, 21:10 Uhr, 07.07.26

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