Man könnte meinen, Ana-Maria Crnogorcevic habe sämtliche Premieren hinter sich. Mit 180 Partien im Nationaldress, in denen sie 75 Tore erzielte – beides Rekord! –, war sie Zeuge von etlichen Höhenflügen und Abstürzen des Schweizer Nationalteams. Gespielt hat sie abgesehen von der Goalie-Position eigentlich überall.
Doch am Freitag erlebt selbst Crnogorcevic noch etwas Neues: Sie ist im WM-Quali-Duell mit Malta am Freitag Teil der Stadioneröffnung in Lugano. «Das ist schon eine kleine Ehre», freut sich die 35-Jährige. Das Tessin war für die Frauen-Equipe bislang nahezu ein blinder Fleck, nur in der U17 habe sie einmal im Cornaredo gespielt, so Crnogorcevic.
Der Gruppensieg soll und muss es sein
Mit der neuen Arena in Lugano bestehe nun zumindest die Hoffnung, künftig vermehrt für Heimspiele in die Sonnenstube der Schweiz zu reisen.
Gegen Aussenseiter Malta soll mit einem Vollerfolg der Gruppensieg fixiert werden. Das Mindestziel auf dem Weg an die WM kommendes Jahr. Crnogorcevic bestätigt: «Das wäre eminent wichtig für die 1. Playoff-Runde, aber auch für uns persönlich, um Selbstvertrauen zu tanken. Der Gruppensieg war von Anfang an das klare Ziel.»
Der Brasilien-Traum als perfektes Karriereende
Am 12. August 2009 hatte die Steffisburgerin für die Schweiz debütiert. Aus dem erträumten Ende ihrer beispiellosen Karriere machte sie zuletzt keinen Hehl: eine Teilnahme an der WM in Brasilien. Dass die Hürde unter Umständen hoch sein kann, steht jetzt schon fest. Weil man in dieselbe Gruppe gelost wurde, muss entweder Spanien oder England den Quali-Umweg über die Playoffs antreten. Und wäre dort potenzieller Gegner der Schweiz.
So weit will man freilich noch nicht denken, erst muss der Pflichtsieg über Malta her. Möglichst deutlicher als das 4:1 im Hinspiel. Unter Trainer Rafel Navarro, den Crnogorcevic bereits aus ihrer Zeit in Barcelona kennt, ist sie in der Hierarchie auch in Sachen Einsatzminuten wieder aufgestiegen. Ihre Kurzanalyse: «Er weiss, was ich kann.» Und sie, die Rekord-Natispielerin will das auch zeigen – in der nigelnagelneuen Arena in Lugano.