Trainer Rafel Navarro meinte, «wir können es besser». Aurélie Csillag erklärte ernüchtert: «Damit wir uns für die WM qualifizieren, braucht es mehr.» Und Captain Lia Wälti nervte sich über das Gegentor. Man hätte angesichts der Schweizer Interviews nach dem Gastspiel auf Malta Anfang März meinen können, die Nati habe gerade eine bittere Pleite kassiert. Dabei stand auf dem Scoreboard klar und deutlich ein 4:1 zu Gunsten der Schweiz.
Die Reaktion darauf sagte alles über die Kräfteverhältnisse zwischen der Navarro-Equipe und dem Fussballzwerg von der Mittelmeer-Insel, zwischen den Weltnummern 25 und 91. Alle rund ums Schweizer Nationalteam sind sich einig: Bei der Reprise in Lugano soll ein noch deutlicherer Sieg her. Maltas Bilanz in der Quali nach vier Spielen? Null Punkte, 3:15 Tore.
Bei einem Vollerfolg im Rahmen der Stadioneröffnung im Tessin stünde zugleich der vorzeitige Gruppensieg fest. Dass dieser «eminent wichtig» ist, sieht nicht nur Rekord-Nationalspielerin Ana-Maria Crnogorcevic so. Das Ziel, diese Quali-Phase auf Rang 1 abzuschliessen, hat handfeste Gründe: Einerseits soll so die Rückkehr in die Liga A der Nations League gelingen.
Gruppensieg würde erste Playoff-Runde deutlich vereinfachen
Andererseits hängt der Schwierigkeitsgrad des weiteren Wegs zum Ziel Qualifikation für die WM 2027 in Brasilien direkt damit zusammen. Die Gruppensieger der Liga B gehen in der ersten von zwei Playoff-Runden den Teams aus Pool A aus dem Weg und geniessen zudem im Rückspiel Heimrecht.
In der zweiten Playoff-Runde droht dann ohnehin ein hartes Los, da die Sieger von Durchgang eins aufeinandertreffen. Nach diesen Spielen würden für die Schweiz allenfalls gar noch interkontinentale Playoffs warten. Doch die Gegenwart heisst: Malta schlagen – und zwar diskussionslos. Dann dürften auch Navarro, Csillag und Wälti ein versöhnlicheres Fazit ziehen als noch im März.