«Bei uns sind alle bekloppt» – Ein Fussball-Zwerg steht Kopf

Beim Metzger liegen Spezialwürste in der Vitrine, ein Pfarrer posiert mit Schal vor dem Gotteshaus und im Videoclip ist das Tor zugemauert: So empfängt Nöttingen aus dem 2500-Seelen-Dorf das grosse Bayern München zum «Jahrtausend-Spiel» im DFB-Pokal.

Vorstandsboss Dirk Steidl und Ex-Profi Karlheinz Förster halten ein Schild mit der Aufschrift «FC Nöttingen» in die Höhe. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gerüstet für den hohen Gast Nach Schalke in der Vorsaison empfängt der Kleinklub (mit Vorstandsboss Dirk Steidl/rechts) nun den FC Bayern München. Imago

Ganz neu ist das Gefühl für Nöttingen nicht: Immerhin empfing der Absteiger in die Oberliga Baden-Württemberg im letzten Jahr zur 1. Pokal-Runde Schalke (0:2). Mit Bayern haben die Badener das noch grössere Los gezogen – 30'000 Zuschauer fiebern dem Knüller am Sonntag entgegen.

«  Meine Jungs sollen vor dem Gegner nicht in Ehrfurcht erstarren. Wir wollen kein Debakel erleben. »

Michael Wittwer
Nöttigens Trainer

Porträtaufnahme von Michael Wittwer. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Michael Wittwer Nöttingens Coach ist bekennender Bayern-Fan. Imago

«Das, was jetzt passiert, ist Schalke mal 20», vermeldet Vereinschef Dirk Steidl und doppelt nach: «Bei uns sind alle bekloppt, balla-balla.»

Pfarrer stimmt mit ein

Beispiele aus der verrückten Welt gefällig? Beim Metzger gibt's Pokal-Würste mit der Aufschrift «für immer lila-weiss». Auch der Dorfpfarrer heizt mit Trikot und Schal die Stimmung an. In einem Videoclip lehrt Nöttingen dem Rekordmeister mit einem zugemauerten Tor das Fürchten. Und der initiierte Twitter-Account zählt schon ein paar Dutzend Follower.

Bleibt zu hoffen, dass die Badener nicht all ihre Energie in die Vorbereitungen investiert haben.