Wenn am Donnerstag im Rahmen der Europa-League-Qualifikation Benfica beim FC St. Gallen gastiert, ist die Ausgangslage klar: Der portugiesische Rekordmeister – mit 440'000 Fans mitgliederstärkster Sportklub der Welt – dürfte normalerweise den FCSG noch nicht einmal als Stolperstein betrachten. Zumal der Klub im Selbstverständnis in die Champions League gehört.
Doch hinter dem Benfica-Kader steht ein grosses Fragezeichen. Denn: Ein Sextett nahm kürzlich an der WM teil. Amar Dedic (Bosnien und Herzegowina), Tomas Araujo (Portugal), Richard Rios (Kolumbien), Dodi Lukebakio (Belgien), Fredrik Aursnes und Andreas Schjelderup (beide Norwegen) sind zwar zurück bei den «Adlern». Ob sie in St. Gallen schon zum Einsatz kommen, ist aber noch unklar. Beim FCSG stand lediglich Goalie Lawrence Ati Zigi für Ghana im Einsatz.
Fifa findet, 3 Wochen genügen
Hier kommt ein alter Streit ins Spiel. Wie lange dürfen sich Nationalspieler nach einem grossen Turnier in die Ferien verabschieden? Die Spielergewerkschaft FIFpro fordert mindestens vier Wochen. Die Fifa gestand den Akteuren deren drei zu.
Vonseiten der Klubs ist wie (fast) überall sonst der Arbeitsvertrag ausschlaggebend. Während die Top-5-Ligen erst frühestens Mitte August in die neue Saison starten (Weltmeister Spanien macht am 15. August den Anfang), ist die Super League aussergewöhnlich früh dran. Nur Polen lanciert ebenfalls schon am kommenden Wochenende die Meisterschaft.
Die Krux mit kalten Wintern
Ausnahmen bilden Länder im hohen Norden und im Baltikum. In Finnland etwa wurde parallel zur WM die Hauptrunde ausgetragen. Aus Schweizer Sicht sind die Gründe für den frühen Auftakt ebenfalls klimatisch bedingt: Bis zur relativ langen Winterpause müssen zahlreiche Partien abgespult werden.
Zudem steigen die Teams der Super League jeweils schon früh in europäische Qualifikationsphasen ein. Entsprechend früh sollte man für den Ernstfall gewappnet sein. Vielleicht ist das am Donnerstag ja tatsächlich ein Vorteil für den FC St. Gallen.