Eberl: «Ein Gefühl, das wir lange nicht mehr hatten»

Ausgerechnet im ersten Spiel nach dem Abgang von Trainer Lucien Favre ist Borussia Mönchengladbach der lang ersehnte Befreiungsschlag gelungen. Die ersten Punkte geben nicht nur den «Fohlen» etwas Luft, auch Sportdirektor Max Eberl kann erst einmal durchatmen.

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Bildlegende: Die pure Erleichterung Die Gladbacher Bank mit Interimscoach André Schubert (m.) hat Grund zum Jubeln. Imago

Was die Fans im Borussia Park am Mittwochabend zu sehen bekamen, dürfte ihnen Tränen in die Augen getrieben haben. Und nicht etwa Tränen der Verzweiflung, wie man es nach dem katastrophalen Saisonstart hätte befürchten müssen, sondern Tränen der Freude und Erleichterung. Nach nur 21 Minuten führte Gladbach gegen Augsburg 4:0. Die «Fohlen» stürmten, als hätte es den katastrophalen Saisonstart mit 5 Pleiten in Serie nie gegeben.

Die Auferstehung nach dem tiefen Fall

Angesichts der vergangenen Tage ist diese Reaktion der Mannschaft beeindruckend. Nach dem - zumindest für die Öffentlichkeit - völlig unerwarteten Rücktritt von Lucien Favre deutete viel darauf hin, dass der Fall der Borussia noch weiter gehen könnte. Gegen Augsburg war aber genau das Gegenteil der Fall.

  • Max Eberl: «Der Sieg ist verdient, wir haben alles hinter uns gelassen, was in den letzten Tagen auf uns eingeprasselt ist. Die Mannschaft hat sich mit einer unglaublichen Moral den Sieg erarbeitet. Das tut gut nach dieser langen und spannenden Zeit. Es war für alle ein Gefühl, das wir lange nicht hatten.»
  • Interimscoach André Schubert: «Die Jungs haben sich auf das konzentriert, was wir vorher besprochen haben. Sie wissen, dass sie eine grosse Qualität haben. Bisher hat ein wenig der Mut gefehlt, das hat sich nun geändert. Das frühe Tor war dann wie ein Dosenöffner.»
  • Granit Xhaka: «Wir haben nicht viel Zeit gehabt, etwas zu verändern. Schubert hat zwei oder drei Punkte angesprochen. Augsburg war ein bisschen überrascht. Sie haben gedacht, dass wir angeschlagen sind, aber wir sind losgegangen wie die Feuerwehr.»

Gladbach hat das Tabellenende mit einem Knalleffekt verlassen. Mutig, schnörkellos, druckvoll - die «Fohlen» spielten wie zu ihren besten Zeiten. Ganz offensichtlich hat Interimstrainer Schubert nach hektischen Tagen die richtigen Worte gefunden, um die Borussia wieder auf Kurs zu bringen. «André hat es geschafft, in wenigen Tagen die Köpfe der Spieler frei zu bekommen», sagte Eberl, der nun mit etwas mehr Ruhe einen neuen Chefcoach suchen kann. Oder hat er in Schubert bereits einen gefunden?

Sendebezug: Radio SRF 1, Abendbulletin, 23.09.2015, 22:00 Uhr