Eberl: «Ein unfassbar toller Weg ist zu Ende»

Einen Tag nach der abrupten Demission von Lucien Favre als Gladbach-Trainer hat sich die Klubleitung zu Wort gemeldet. Manager Max Eberl betonte dabei mehrfach, wie sehr ihn das Ende der Zusammenarbeit schmerzt.

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Lucien Favre überrascht Gladbach mit seinem Rücktritt

1:53 min, aus sportlounge vom 21.9.2015

In einem ersten Statement wählte Max Eberl den Ausdruck «sehr, sehr traurig». Später verschärfte er an der Pressekonferenz: «Ich bin wirklich sautraurig.» Der Gladbach-Sportchef drückte damit seine aktuelle Gemütsverfassung aus, für die Lucien Favre mit seiner überraschenden Rücktrittsankündigung am Sonntagabend verantwortlich ist.

Der Schritt sei vom Romand sehr zum Leidwesen der Klubleitung vollzogen worden. «Denn wir waren nach wie vor zu 100 Prozent von ihm überzeugt. Er war unser perfekter Trainer», hält Eberl fest.

Eberl: «Favre hatte die Sorge, keine Lösung zu finden»

2:32 min, vom 21.9.2015

Schubert springt für Favre ein

Allerdings liess sich Favre, der mit seiner Mannschaft einen klassischen Fehlstart mit 5 Meisterschafts-Niederlagen in Serie hingelegt hatte, nicht mehr umstimmen. Deshalb musste der Verantwortliche letztlich einsehen, «dass ein unfassbar toller Weg nun also zu Ende geht».

Der Zeitpunkt für eine Kündigung sei nie passend, führte Eberl weiter aus. «Wir müssen jetzt aber damit umgehen.» Übergangsmässig wird André Schubert, der bisherige U23-Coach im Klub, die Geschicke des Fanionteams leiten. Unter diesem «unverbrauchten Typen» will sich die Borussia stabilisieren. Wann eine definitive Nachfolge installiert werden soll, kann Eberl aktuell noch nicht abschätzen.

Sommer: «Werfe Favre nichts vor»

Betroffen und überrascht von Favres Rücktritt zeigte sich auch Gladbach-Keeper Yann Sommer. Er habe unter ihm in seiner ersten Bundesliga-Saison unheimlich viel gelernt. «Ich bin überzeugt, dass wir es mit Lucien Favre geschafft hätten, aus dieser schwierigen Situation herauszukommen. Aber solche Momente sind Teil des Fussball-Geschäfts. Ich werfe ihm nichts vor, sondern behalte ihn in guter Erinnerung», erklärte der 26-Jährige.

Sendebezug: SRF 1, Tagesschau, 20.09.15 19:30 Uhr