- Jürgen Klopp wird neuer Trainer der deutschen Nationalmannschaft. Dies bestätigte der Deutsche Fussball-Bund.
- Der 59-Jährige tritt die Nachfolge des glücklosen Julian Nagelsmann an.
- Unter Nagelsmann war Deutschland an der WM 2026 bereits in der ersten K.o.-Runde an Paraguay gescheitert.
Jürgen Klopp wird neuer Bundestrainer. Der frühere Dortmunder und Liverpooler Meistercoach unterschrieb beim Deutschen Fussball-Bund (DFB) einen Vierjahresvertrag ab dem 15. August bis zur WM 2030. Das teilte der Verband am Freitagvormittag während der Vorstellungsrunde am Frankfurter DFB-Campus mit. Zudem wurde die Bestellung von 2014er-Weltmeister Per Mertesacker als Geschäftsführer Sport zum 1. Januar 2027 verkündet.
«Jürgen und wir haben sehr intensiv gesprochen. Er war von Anfang an unsere Wunschlösung. Er ist voller Energie und hat grosse Lust», sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf, der zudem die Co-Trainer Pepijn Lijnders, Peter Krawietz und Sven Bender bestätigte.
Debüt am 24. September in der Nations League
Klopp (59) folgt auf Julian Nagelsmann, der nach dem WM-Aus im Sechzehntelfinal gegen Paraguay zurückgetreten war. Klopp war zuletzt Fussballchef beim Red-Bull-Konzern, sein bis 2029 laufender Vertrag wurde aufgelöst. Der DFB wird Red Bull für Klopps Freigabe eine Million Euro bezahlen. Gemäss Neuendorf geht das Geld an die Red-Bull-Stiftung Wings for Life.
Sein Debüt als 13. Bundestrainer der Verbandsgeschichte wird er am 24. September in der Nations League gegen die Niederlande geben. Der neue DFB-Geschäftsführer Mertesacker (41) ersetzt den zum Jahresende ausscheidenden Andreas Rettig (63), der ihn in den kommenden Monaten einarbeiten soll.
Neue Spieler sollen eine Chance bekommen
Klopp erwartet von seinen Nationalspielern volle Einsatzbereitschaft. «Wer Gas gibt, wird mit mir viel Spass haben», sagte er am Freitag. Dabei öffnete er auch vielen neuen Spielern die Tür. «Ich habe wahnsinnig viele Ideen. Jeder, der berechtigt ist, für die Nationalmannschaft zu spielen, sollte sich Mühe geben. Es ist ein Neustart. Es werden Spieler eine Chance bekommen, die damit noch gar nicht rechnen.»
57 Feldspieler hat Klopp auf seiner ersten Liste – und einige taktische Ideen. Klopp will von der DFB-Auswahl eine «gute Organisation» sehen und eine «klare Fussball-Idee erkennbar» machen. Zudem will er «mutig» und mit einer Viererkette spielen.
Warnung an die Medien
An die Journalisten gerichtet, sprach Klopp zugleich mahnende Worte: Es sei künftig hilfreich, «wenn man bei der Berichterstattung richtig vor schnell stellt. Und wenn man das Gehirn mit einschaltet. Wenn man etwas erfährt, ob man es dann auch gleich raushauen muss oder im Sinne der Sache ein Auge zudrückt. Solche Dinge.»
Und: «Wenn ihr euch daneben benehmt und meine Familie nicht in Ruhe lasst, bin ich weg. Um es klarzumachen. Denn: Ich mache den Job, obwohl ich mitbekommen habe, wie ihr mit Julian (Nagelsmann, Anm. d. Red.) umgeht. Und obwohl ich mitbekommen habe, wie England mit Tuchel umgeht.»