Nati: Den Charaktertest bestanden

Sie war heftig, die Kritik welche nach dem aufwühlenden 4:4 gegen Island auf die Nati eingeprasselt war. Die Medien forderten Wechsel und im Team wurden Unstimigkeiten ausgemacht. Nur wenige Tage und ein souveräner Sieg gegen Norwegen später ist von Verunsicherung nichts mehr zu spüren.

Diego Benaglio wird von Ersatzgoalie Marco Wölfli beglückwünscht. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Innige Umarmung Diego Benaglio wird von Ersatzgoalie Marco Wölfli beglückwünscht. Keystone

«Die letzten 30 Minuten gegen Island haben uns rückblickend auch etwas gebracht. Wir wollten unbedingt beweisen, dass es nur ein Ausrutscher war», erklärte Steve von Bergen. Ins gleiche Horn blies auch Stephan Lichtsteiner: «Es war wichtig für die Mannschaft und insbesondere für die Abwehr, zu Null zu spielen, nachdem wir zuletzt vier Gegentore kassiert haben.»

Der Belastungsprobe standgehalten

Dass dies beinahe mühelos gelang, spricht für das Team von Ottmar Hitzfeld. «Wir haben der Nerven- und Belastungsprobe standgehalten. Die Mannschaft hat einen Reifeprozess durchgemacht», analysierte der Coach.

Es war auch ein Verdienst Hitzfelds, dass seine Mannschaft gegen Norwegen ein anderes Gesicht zeigte als noch in der letzten halben Stunde gegen Island. Mit Ausnahme der Nomination von Gökhan Inler, der als «defensiver Organisator eine gute Partie ablieferte», nahm Hitzfeld keine Änderungen vor. Das Team zahlte ihm dieses Vertrauen mit einer tadellosen Leistung zurück.

«Das Kollektiv war entscheidend», erklärte Valentin Stocker und Haris Seferovic pflichtete ihm bei: «Wir waren heute eine Mannschaft, jeder ist für jeden gegangen.» Dies habe am Ende den Unterschied ausgemacht.

Überzeugende Qualifikation der Nati

Der WM-Zug hat damit definitiv wieder Fahrt aufgenommen. Das viel diskutierte Island-Spiel liess die frechen und unbekümmerten Auftritte in dieser Qualifikation zuletzt fast etwas in Vergessenheit geraten. Die Nati ist in acht Spielen noch ungeschlagen, hat fünf Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger Island und weist ein Torverhältnis von 14:5 auf.

Dementsprechend selbstbewusst gehen die Schweizer in die beiden abschliessenden Qualifikationsspiele gegen Albanien und Slowenien. «Wir wissen um unsere Qualitäten und müssen nicht auf unsere Gegner schauen. Wir fahren zuversichtlich nach Albanien und werden auch dort unsere Punkte holen», ist Xherdan Shaqiri überzeugt. Drei Punkte sollten es wenn möglich sein - dann wäre die WM-Teilnahme auch rechnerisch gesichert.