Seferovic: Mit Spielpraxis zurück zum Erfolg

Haris Seferovic hat mit seinem Last-Minute-Treffer die Schweiz ein grosses Stück näher an die WM 2014 in Brasilien gebracht. An seinem Beispiel zeigt sich, dass sich sportlich auch einmal ein Schritt zurück lohnen kann, um persönlich einen Schritt vorwärts zu machen.

Haris Seferovic hat keine einfache Zeit hinter sich. Seit seinem Wechsel von den Zürcher Grasshoppers zur AC Fiorentina im Januar 2010 ist die Karriere des U17-Weltmeisters ins Stocken geraten.

Nach Abstechern zu Xamax und Lecce fand der 21-Jährige zu Beginn des Jahres nun endlich den Tritt bei Novara in der italienischen Serie B. Im Piemont kam Seferovic regelmässig zum Einsatz und traf in 16 Spielen neunmal. So holte er sich das nötige Selbstvertrauen, welches er bei seinem herrlichen Treffer gegen Zypern eindrücklich demonstrierte.

Seferovic kein Einzelfall

Die «Causa Seferovic» ist in der Schweizer Nationalmannschaft kein Einzelfall. Spieler wie Tranquillo Barnetta, Gökhan Inler, Granit Xhaka, Eren Derdiyok oder auch Xherdan Shaqiri kamen in ihren Klubs zuletzt nicht regelmässig zum Einsatz.

Die mangelnde Spielpraxis in den letzten Wochen war gerade bei Napoli-Söldner Inler und Bayerns Shaqiri, die gegen Zypern in der Startelf standen, augenscheinlich. Letzterer offenbarte ungewohnte Schwächen im Abschluss und blieb bis auf den Traumpass auf Seferovic weitgehend blass. Auch Captain Inler konnte nicht an die starken Leistungen vergangener Tage anknüpfen.

Unbequemes Restprogramm

Der eine oder andere Spieler hat bereits angedeutet, sich über einen Vereinswechsel Gedanken machen zu müssen, sollte sich die Situation im Klub nach dem Sommer nicht grundlegend ändern. Es gilt sich den Traum der WM-Teilnahme in Brasilien zu erfüllen, ausserdem wartet auf die Nati in der WM-Quali mit Island (h), Norwegen (a), Albanien (a) und Slowenien (h) ein unbequemes Restprogramm.

Hitzfeld setzt auf Spielpraxis

Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld hat gegen Zypern demonstriert, dass er nach Möglichkeit lieber auf formstarke Stammspieler wie beispielsweise das Zürcher Duo Josip Drmic und Mario Gavranovic oder Basels Flügel Valentin Stocker setzt. Oder eben auf Seferovic.

Dessen Leihvertrag mit Novara läuft Ende Juni aus. Bei Florenz steht der Angreifer noch bis 2015 unter Vertrag. Bleibt zu hoffen, dass sich Seferovic im Hinblick auf die weitere Nati-Karriere nun bei den Toskanern durchsetzen kann oder bei seinem nächsten Klub ein ebenso glückliches Händchen beweist wie bei seinem Wechsel zu Novara.

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Spielbericht Schweiz - Zypern («sportaktuell»)

5:34 min, vom 8.6.2013