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SRF-Radiomann Peter Schnyder analysiert den GC-Abstieg
Aus Sport-Clip vom 11.05.2019.
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Der Abstieg ist die Quittung Mit Ansage: Der Zerfall von GC

Dass die frühere Nobelmarke Grasshoppers nur noch der zweithöchsten Liga angehört, ist auch der Selbstzerstörung geschuldet.

67 Jahre am Stück konnten sich die Grasshoppers oben halten – und dabei im Schweizer Spitzenfussball zeitweise auch für die Musik sorgen. Nun ist der Abstieg von Blau/Weiss besiegelt – der zweite der Klubgeschichte und der erste seit 7 Jahrzehnten.

GC: abgestiegen oder nicht?

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Weil die Partie zwischen Luzern und GC beim Stand von 4:0 wegen Fan-Ausschreitungen abgebrochen werden musste und noch nicht über das endgültige Endresultat entschieden wurde, hat GC rein rechnerisch weiterhin Chancen auf den Klassenerhalt. Da allerdings mit einer Forfait-Niederlage der Zürcher gerechnet wird, steht der Abstieg des Rekordmeisters praktisch fest.

«Bitter», fällt dem Fussball-Experten Peter Schnyder beim SRF Radio dazu ein. Er erläutert seinen Standpunkt folgendermassen: «GC ist nicht ein normaler Fussballklub, sondern eine Institution, die den hiesigen Fussball geprägt hat.» Die Einschätzung des Fachmanns galt nicht mehr für die vergangenen Saisons.

Offenbar ist Geld vorhanden. Nun muss dieses einfach vernünftig investiert werden.
Autor: Peter SchnyderFussball-Experte

Sein mondänes Image verlor der einst so stolze Rekordmeister (27 Titel und 19 Cup-Pokale) im März 2003. Damals stiegen die Geldgeber und Besitzer Rainer E. Gut sowie Fritz Gerber aus. Fortan musste der Gürtel enger geschnallt werden.

Alarmierende Zahlen

Nach dem Vizemeister-Titel 2013/14 gab es für die Zürcher zum Meisterschaftsende nur noch eine ordentliche Klassierung: Rang 4 im Frühling 2016. Daneben resultierten seither die Plätze 8, 8 und 9. Diese Saison hatte GC nur an 14 Spieltagen nicht die Rote Laterne gefasst. Im Cup bedeutete Nyon aus der Promotion League bereits im 1/16-Final Endstation.

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Früher Tiefpunkt in dieser Saison: GC scheitert im Cup an Nyon
Aus Super League – Goool vom 16.09.2018.
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Seit dem 21. Super-League-Durchgang verharrt das inzwischen von Uli Forte trainierte heterogene Team am Tabellenende. In der Rückrunde steht es noch sieglos und mit bloss 7 Punkten aus 14 Partien da. Mit erst 28 Toren stellt man die klar schwächste Offensive der Liga.

Zahlen, die geradezu alarmierend sind – auch im Vergleich zu jenen der Absteiger seit 2004. Die Relegation in die Challenge League ist darum die logische Konsequenz.

Die Absteiger aus der Super League

SaisonKlubPunktetotalDifferenz zum Vorletzten
Torverhältnis
2018/19
Grasshoppers*24
13 Punkte
28:55
2017/18Lausanne354 Punkte
46:67
2016/17Vaduz30
5 Punkte
45:78
2015/16Zürich341 Punkt
48:71
2014/15Aarau30
1 Punkt
31:64
2013/14Lausanne24
18 Punkte
38:71
2012/13Servette26
7 Punkte
32:62
2011/12Sion17
(startete mit -36)
9 Punkte
40:35
2010/11St. Gallen
311 Punkt
34:67
2009/10Aarau232 Punkte
32:88
2008/09Vaduz2213 Punkte
28:85
2007/08Thun277 Punkte
30:70
2006/07Schaffhausen251 Punkt
27:58
2005/06Yverdon321 Punkt
38:64
2004/05Servette20
(Konkurs zur Winterpause)
12 Punkte
24:28
2003/04Wil297 Punkte
37:73

* Aktueller Stand 3 Runden vor Schluss

Fragliche Zukunft

«GC wurde bestraft für seine falsche Personalpolitik», erklärt Experte Schnyder unzweideutig. Diese zog sich in jüngster Vergangenheit wie ein roter Faden durch den Klub – von der Führungsebene bis hin zum Kader auf dem Rasen. «Es fehlte das Konzept. Man hätte viel früher reagieren müssen. Aber man schaute tatenlos zu», spricht Schnyder weiter Klartext.

Die brennende Frage ist nun, ob die Grasshoppers wieder auf die Beine finden, eine Liga tiefer neu Anlauf nehmen können. Ein langfristiger Niedergang ist aufgrund der aktuellen Bestandesaufnahme zumindest nicht auszuschliessen. Doch Schnyder sieht auch Hoffnung: «Offenbar ist Geld vorhanden. Nun muss dieses einfach vernünftig investiert werden.»

Sendebezug: SRF zwei, «Super League – Goool», 05.05.2019 18:00 Uhr

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Jo Meyer  (JoMey)
    Schweizer Meisterschaft (27)

    1898, 1900, 1901, 1905, 1921, 1927, 1928, 1931, 1937, 1939, 1942, 1943, 1945, 
    1952, 1956, 1971, 1978, 
    17 Titel bis 1978

    1982, 1983, 1984, 1990, 1991, 1995,
     1996, 1998, 2001, 2003

    Dann noch 10 von 1982-2003
    oder besser gesagt 10 Titel die letzten 37 Jahre.
    Kann mir jemand erklären was so toll, überragend sein soll daran?
    1. Antwort von Jean-Denis Lutz  (Answerthink)
      Rekordmeister, noch immer. Sagt alles, oder?
    2. Antwort von Martin Gebauer  (Gebi)
      Zählen sie mal die Titel von YB in den letzten 30 Jahren.
    3. Antwort von M. Keller  (MK)
      @Gebauer - zählen Sie mal die Titel von Basel und YB in der 'Neuzeit', sagen wir in den letzten 10 bis 15 Jahre. Dies sagt doch alles über den Fussball aus Zürich. Wann war denn die letzte Meisterfeier bei GC nochmal?
  • Kommentar von Ernst U. Haensler  (ErnstU)
    In Zürich fehlt schon lange die Nachfrage für 2 Fussball-Clubs.
    1. Antwort von M. Keller  (MK)
      @Haensler - genau. Zürich ist bei weitem nicht London. In Zürich sollte ein anständiges Fussballstadion gebaut werden, in dem längerfristig ein Verein in der obersten Liga erfolgreich spielt und mitspielen kann. Das Einzugsgebiet für junge und gute Talente ist in Zürich und Umgebung locker gegeben. Alles andere ist reine Geldverschwendung und die Resultate sieht man heute ganz deutlich; GC Absteiger N°1 und der FCZ fast Absteiger N°2(?).
  • Kommentar von Mike Salzmann  (Yb Hit)
    Also ich finde es langsam langweilig mit GC nur weil ein Zürcher Club absteigt macht man so ein Trama sorry wen ein anderer Club absteigt wird nur nebenbei erwähnt und fertig und hir meldet sich das Schweizer Fernsehe alle wollen ihr senf dazugeben schade das alle von Medien Partei ergreifend sind.