Der FCSG steckt in einer Identitätskrise

St. Gallen liegt nach einem enttäuschenden Saisonstart nur auf Rang 8. Liegt es an den fehlenden Identifikationsfiguren, dass die Ostschweizer den höheren Erwartungen (noch) nicht gerecht werden konnten?

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Der Meister zu Besuch

Der FCSG empfängt am Samstag um 20:00 Uhr den FC Basel. Gegen den Meister machen die Ostschweizer meist eine gute Falle. Das letzte Heimspiel im April ging allerdings gleich mit 0:7 verloren.

Jörg Stiel, Marc Zellweger, Marco Zwyssig oder Charles Amoah – die Liste der Spieler, die den FC St. Gallen in den letzten Jahrzehnten geprägt haben, ist lang. Aktuell fehlt den Ostschweizern aber ein Leader, der die Mannschaft mitreissen und mit dem sich der Fan identifizieren kann.

Patricia Loher, Sportchefin beim St. Galler Tagblatt, verfolgt den FC St. Gallen aus nächster Nähe. «Der FCSG hat im Sommer 9 Spieler verpflichtet und befindet sich aktuell im Umbruch. Auch deshalb fehlt der Mannschaft etwas das Gesicht», erklärt die Rheintalerin.

Viele Rochaden, wenig Konstanz

Ein Blick auf die Aufstellungen unterstreicht diese Aussage: Der umstrittene Coach Joe Zinnbauer hat in bislang 8 Saisonspielen noch nie zweimal in Folge dieselbe Startelf aufs Feld geschickt. Nicht alle Wechsel waren Sperren oder Verletzungen geschuldet.

Joe Zinnbauer. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ist nicht unumstritten Joe Zinnbauer. EQ Images

Es sind schwierige Voraussetzungen, um Automatismen einzuspielen und das Selbstbewusstsein der Spieler zu stärken. Im Kader gäbe es jedoch einige Akteure, die in eine Leaderrolle schlüpfen könnten. Loher nennt unter anderem Toko: «Wie gross sein Ansehen ist, zeigt die Tatsache, dass er innert kürzester Zeit Captain geworden ist.»

Der langjährige Bundesligaspieler Karim Haggui ist ein anderer Kandidat. Oder Shooting-Star und Eigengewächs Silvan Hefti, der mit 18 Jahren allerdings noch ganz am Anfang seiner Karriere steht.

«  Ich kann mir gut vorstellen, dass hinter den Kulissen an einer Rückkehr von Tranquillo Barnetta gearbeitet wird. »

Patricia Loher
Sportchefin St. Galler Tagblatt

Und dann fällt in letzter Zeit auch immer wieder der Name Tranquillo Barnetta. Der aktuelle Philadelphia-Spieler hatte 2002 seine erfolgreiche Karriere beim FCSG lanciert und nie einen Hehl daraus gemacht, dereinst gerne zu den Wurzeln zurückkehren zu wollen.

Porträt über den damals 17-jährigen Barnetta

3:30 min, vom 23.9.2016

Ein Sondereffort ist nötig

«Die Verantwortlichen lassen sich nicht in die Karten blicken, aber ich kann mir gut vorstellen, dass hinter den Kulissen an einer Rückkehr gearbeitet wird. Sie müssen aber bereit sein, etwas tiefer in die Tasche zu greifen», sagt Loher.

Immerhin hätte man dann die Gewissheit, wieder eine echte Identifikationsfigur in den eigenen Reihen zu haben. Eine, die momentan im kybunpark so schmerzlich vermisst wird.

Weshalb läuft es dem FCSG in dieser Saison nicht?

  • Das Team ist noch nicht eingespielt

    8%
  • Die Mannschaft hat nicht den richtigen Trainer

    29%
  • Das Kader hat nicht genügend Qualität

    27%
  • Es fehlt ein echter Leader auf dem Platz

    23%
  • Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Resultate stimmen

    12%
  • 1378 Stimmen wurden abgegeben

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0:7 – St. Gallen kommt gegen Basel unter die Räder

6:14 min, aus sportpanorama vom 17.4.2016