Der letzte Super-League-Aufsteiger marschierte durch und wurde bekanntlich Meister. Am FC Thun will sich Marc Schneider trotz eigener Wurzeln im Berner Oberland aber nicht orientieren. Das liegt nicht in erster Linie daran, dass Vaduz als Klub aus Liechtenstein gar nicht Schweizer Meister werden kann. Der Trainer stellt im SRF-Interview vielmehr klar, dass man den «Platz in der Nahrungskette» kenne: «Ich bin schon 100 Mal darauf angesprochen worden. Es ist schön, was Thun geschafft hat. Aber es ist kein Vorbild für uns.»
Das dominante Gefühl vor dem Saisonstart ist Vorfreude. Auf Auftritte in den grossen Stadien, auf das Kräftemessen mit den wichtigsten Schweizer Teams. Letztmals erlebte Vaduz das in der Saison 2020/21, als auf den Aufstieg der direkte Wiederabstieg folgte.
Dieses Szenario gilt es als erstes Ziel zu vermeiden. «Stand jetzt sind wir sicher zufrieden, wenn wir den Ligaerhalt schaffen», sagt Schneider, der «eine richtig gute Saison» spielen will. Die Mittel sind dabei begrenzt: Vaduz muss mit einem Budget von ca. 6 Millionen Franken auskommen.
Eingespieltes Team als Vorteil
Ein Pluspunkt ist laut Captain Nicolas Hasler, dass das Gros der Mannschaft, die letzte Saison mit der Rekordzahl von 81 Punkten Challenge-League-Meister wurde, zusammengeblieben ist. «Wir kennen die Abläufe, die Taktik. Das ist sicher ein Vorteil für uns.»
Auf funktionierende Automatismen und den Teamgeist legt Schneider grossen Wert. «Es ist mir wichtig, dass die Rollen klar sind und jeder weiss, wo er steht. Du bringst vor allem dann Leistung, wenn es innerhalb eines Teams funktioniert.»
Gastspiel in Lugano als gutes Omen?
Mit der Ligazugehörigkeit soll sich nicht auch die Spielweise des Teams aus dem «Ländle» ändern. Schneider verlangt, dass seine Spieler sich nicht verstecken und mutig agieren. «Wir wollen viel Ballbesitz und auf den Platz gehen, um Spiele zu gewinnen. Nicht, um sie nicht zu verlieren.»
Wie beim FC Thun in der letzten Saison beginnt das Super-League-Abenteuer der Vaduzer in Lugano. Allerdings nicht im alten Cornaredo, sondern in der nigelnagelneuen AIL Arena. «Von Anfang an gut reinkommen und unsere Punkte holen»: Die Marschroute von Captain Hasler ist schon einmal klar.