Und dann auch noch Ethan Meichtry: Einen Tag, nachdem bekannt geworden war, dass sich Goalgetter Elmin Rastoder aus Thun in Richtung Griechenland verabschiedet, ging das Ausdünnen des Kaders beim Meister weiter. Zuvor hatte das Überraschungsteam bereits Spielmacher Leonardo Bertone an Ligakonkurrent Luzern verloren. Trainer Mauro Lustrinelli wechselte in die Bundesliga, Leihspieler Kastriot Imeri war nicht übernommen worden.
Es sind – wieder einmal – emotional herausfordernde Tage für Thun-Fans. Wie viel vom Fundament der Meisterequipe verloren geht, sieht man, wenn man etwa die Aufstellung im Spiel der 33. Runde betrachtet. An jenem Samstagabend erstickten die Berner Oberländer die letzten St. Galler Hoffnungen auf die grosse Aufholjagd im Keim. Mit einem souveränen 3:1-Heimsieg über Basel. Meichtry, Rastoder, Bertone und Imeri standen allesamt in der Startelf.
Vier Spieler oder 59 Skorerpunkte gehen – mindestens
Mit dem Quartett verlässt die Erfahrung von nicht weniger als 136 Pflichtspielen in der letzten Saison den FCT. Auch die offensive Schlagkraft der vier Genannten war beträchtlich. Sie kommen auf 40 Tore und 19 Assists. Zur Einordnung: Thun erzielte in der gesamten Meisterschaft 80 Treffer.
| Spieler | Ligaspiele | Tore/Assists |
|---|---|---|
| Ethan Meichtry | 35 | 8/3 |
| Elmin Rastoder | 36 | 15/6 |
| Leonardo Bertone | 33 | 11/2 |
| Kastriot Imeri | 30 | 6/8 |
Folgt Matoshi Lustrinelli?
Gegen Basel wurde zudem der 22-jährige Noah Rupp eingewechselt, bei dem die Kaufoption nicht gezogen wurde. Weitere Abgänge dürften nur eine Frage der Zeit sein. Valmir Matoshi (6 Tore/4 Assists) etwa könne Lustrinelli zu Union nachfolgen, wird gemunkelt.
Die bisherigen Zugänge wie Nico Maier oder Nicolas Bürgy bergen nicht das Potenzial, die Thuner Anhängerschaft zu Freudensprüngen zu veranlassen. Sportchef Dominik Albrecht steht jede Menge Arbeit bevor.
Und doch: Wer, wenn nicht der FC Thun weiss, wie man mit einem von der Konkurrenz sträflich unterschätzten Kader überrascht …