Zakaria: «Brauchte einen Moment, um es zu realisieren»

EURO-Teilnehmer Denis Zakaria überstrahlte am trüben Dienstag in Lugano alle. Der 19-jährige Shootingstar schildert, wie er seinen kometenhaften Aufstieg erlebt.

Denis Zakaria blickt nach oben Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Weg führt steil nach oben Denis Zakaria. Keystone

Haben Sie mit dem Aufgebot für die EURO in Frankreich gerechnet?
Nein, das war eine tolle Überraschung. Ich bin wirklich sehr glücklich.

Was hat dies bei Ihnen ausgelöst?
Ich habe es zuerst gar nicht geglaubt und brauchte einen Moment, um es zu realisieren.

Sie haben am 18. Mai 2015 mit Servette in der Challenge League debütiert, jetzt gehören Sie zu den 23 Spielern, die an die Endrunde fahren. Verrückt, nicht?
Ja, es ist alles sehr sehr schnell gegangen. Aber ich habe auch hart dafür gearbeitet und an mich geglaubt.

«  Es nützt nichts, wenn ich bei einem Top-Klub auf der Bank sitze. »

Zakaria über seine Polyvalenz (französisch)

0:16 min, vom 31.5.2016

Ist Ihre Nomination auch das Resultat eines perfekten Transfers?
Ja, YB war die beste Wahl, die ich treffen konnte. Natürlich hat der Abstieg von Servette den Transfer begünstigt.

Hat sich Sportchef Fredy Bickel schon gemeldet aus Sorge, dass Sie nach der EURO den nächsten Wechsel machen?
(lacht) Nein, nein. Er hat mir nur gratuliert. Über die Zukunft mache ich mir momentan keine Gedanken, erst nach dem Turnier.

Sie schliessen einen Wechsel also nicht aus?
Ich habe immer gesagt, dass ich mich bei YB sehr wohl fühle. Das ist mein Zuhause (Zakaria wohnt noch bei einer Gastfamilie, die Red.). Und ich habe Vertrag bis 2019. Wichtig ist vor allem, dass ich spiele. Es nützt nichts, wenn ich bei einem grossen Klub auf der Bank sitze.

«  Unter Uli Forte hätte ich vielleicht etwas weniger oft gespielt. »

Zakaria: «Mein Traumklub? Barcelona!» (französisch)

0:11 min, vom 31.5.2016

In welchem Top-Klub würden Sie denn gerne spielen?
Ich habe immer gesagt, dass Barcelona mein Lieblingsklub ist. Ich liebe es einfach, wie sie spielen.

Sie gelten als polyvalent. Woher kommt Ihre Vielseitigkeit?
Ich habe im Sturm angefangen, dann wurde ich in die Innenverteidigung beordert. Massimo Lombardo hat mich dann in der U21 zum Mittelfeldspieler umfunktioniert. Bei YB setzt Adi Hütter auf mich. Unter Uli Forte hätte ich vielleicht etwas weniger oft gespielt.

Sie kamen im Nationalteam zuletzt auch auf der linken Seite zum Einsatz. Wie gefällt Ihnen diese Position?
Sie ist neu für mich. Aber wenn ich dem Team helfen kann, mache ich das mit Vergnügen.

Sie haben neben Granit Xhaka gespielt. Was halten Sie von ihm?
(Gerät ins Schwärmen) Er ist ein super Spieler und zeigt dies immer von Neuem. Arsenal ist ein Top-Transfer gelungen.

Training ohne Sommer und Rodriguez

Am Dienstagvormittag stand für die Nati ein weiteres Training auf dem Programm. Im strömenden Regen liess Coach Vladimir Petkovic die Spieler Ballübungen absolvieren. Auf dem durchnässten Rasen im Cornaredo-Stadion in Lugano verkam die Einheit zur Wasserschlacht. Nicht mittun konnten Goalie Yann Sommer (Erkältung) und - aus nicht näher genannten Gründen - Ricardo Rodriguez.

Sendebezug: Laufende Berichterstattung zur Nationalmannschaft